Der besondere Buchtipp: Der Ruf der Bäume von Tracy Chevalier

Es ist bezaubernd. Verzaubernd. Und ihr solltet es gelesen haben, wenn, ja, wenn ihr hinter Bäumen mehr sehen könnt als NUR große Pflanzen. Sehnsucht, Liebe, Leidenschaft, Verhängnis, Heimat, Familie, Kampf…kommt mit mir und folgt ebenfalls „Der Ruf der Bäume“ von Tracy Chevalier in die Mitte des 19.Jahrhunderts…

Kennt ihr das: ihr bekommt ein neues Buch in die Hand und irgendwie habt ihr das Gefühl das es euch gefunden hat. Nicht ihr das Buch, sondern eben umgekehrt. Dann beginnt ihr es aufzuschlagen, lest die ersten 20 Seiten, denkt „naja, geht so“ und dann zieht es euch hinein und ihr wollt es gar nicht mehr aus der Hand legen. Genau das passiert euch vermutlich wohl ebenfalls, wenn ihr den Roman „Der Ruf der Bäume“ von Tracy Chevalier, erschienen im Knaus Verlag, in den Händen haltet.

neue-buchtipss-ab-januar-2017-009

Bäume. Vielleicht denkt ihr jetzt „Toll, ein Roman, der sich um Bäume dreht…langeweilig“. Stopp! Nein, dieser Roman enthält noch viel mehr als lediglich eine Geschichte um Bäume. Genauer gesagt zunächst Apfelbäume…

James und Sadie Goodenough sind jung und verheiratet. Und der Platz in der Großfamilie wird zu knapp, sodass sich sich entscheiden ihre wenigen Eigentümer zu packen und loszuziehen. Hinaus in die weite Welt. Aus der alten in die neue Welt. Amerika, Mitte des 19.Jahrhunderts. Bepackt mit einigen Habseligkeiten landen sie nach einer langen, schwierigen Reise in Black Swamp, im Sumpfland von Ohio. Mit im Gepäck einen pflanzlichen Schatz in Form von Samen und jungen Pflanzen: Apfelbäume…

Diese sind das wichtigste Gut von James, der normale Mostäpfelbäume mit der Sorte Goldpeppings veredelt. Zumindest bei den Bäumen, die er vor Sadie retten kann, die seine Liebe und Leidenschaft für diese Apfelsorte nicht teilen kann und versucht ihn ständig bei der Baumzucht oder Ernte zu sabotieren. Ihr sind die Mostäpfel viel lieber, immerhin lässt sich daraus Cidre oder ihren geliebten Apfelschnaps herstellen. Und lieben tut sie diese Getränke leider mehr als es James, und mit der Zeit ihren Kindern, gefällt.

Trotz aller Widrigkeiten im Sumpf bekommen die beiden zehn Kinder, wovon fünf am schlimmen Sumpffieber sterben. Das Leben ist hart zwischen 1838 und 1860. Kein Luxus, harte Arbeit, kalte und heiße Jahreszeiten. Und über allem schwebt bei James und Sadie die Angst, denn nur wer 50 Bäume gepflanzt hat kann auf seinem Landstück bleiben.

Sadie trinkt und ist keine gute Ehefrau und keine gute Mutter. Sie hintergeht ihren Mann, streitet permanent mit ihm, lässt die Kinder schuften. Und scheint hierbei alles zu hassen. Sich wohl am meisten. Bis eines Tages alles eskaliert: James und Sadie bringen sich vor den Augen der Kinder in einem Streit gegenseitig um…Robert, noch sehr, sehr jung, und eigentlich geliebter Sohn der beiden verschwindet daraufhin und seine Reise beginnt. Die Reise mit den Wurzeln seiner Geburt und Familie im spärlichen Gepäck.

Bäume…lange Zeit waren sie ihm nie so wichtig, obwohl er von seinem Vater vieles über Apfelbäume, Anzucht, Pflege und Ernte gelernt hat. Nuss, Honig und Ananas, ja, so schmecken Goldpeppings. Aber auf seiner Flucht und Reise quer durch die Vereinigten Staaten und immer wieder schweren Arbeiten auf Farmen oder in Goldgräberminen hat er sie vergessen. Bis er einen Mann namens William Lobb trifft, der sich der Pflanzen- und Baumkunde sowie dem Handel mit Samen, Sämlingen und Setzlingen verschrieben hat…und alles nimmt eine schicksalhafte Wendung im Leben von Robert, der seine Geschwister in Black Swamp nie vergessen hat…

Mein Fazit:

Ihr merkt schon: dieses Buch hat es mir angetan. Die Geschichte ist wundervoll geschrieben, spannend, kurzweilig und zum Nachdenken anregend. Bäume. Eigentlich ein simples Wort, aber wenn sich dahinter bestimmte Werte, das Fundament von Familie, Zugehörigkeit, Leben und Heimat verbirgt – dann wir daraus etwas sehr wichtiges. Wegweisendes. Der Roman liest sich fließend und das Bedürfnis gar nicht mehr mit dem Lesen darin aufhören zu wollen wird mit jeder Seite größer. Ein hervorragendes Werk der Autorin Tracy Chevalier und gewiss nicht nur für Frauen einen Buch, das im persönlichen Bücherregal nicht fehlen sollte!

„Der Ruf der Bäume“ von Tracy Chevalier, mit einer sensiblen, wunderbaren Übersetzung aus dem Amerikanischen durch Juliane Gräbener-Müller, umfasst 320 Seiten, ist im Knaus Verlag erschienen, kostet 19,99€ und ist im Buchhandel ebenso erhältlich wie direkt hier unter folgendem Link: Der Ruf der Bäume: Roman

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s