Harmoniesüchtige Chiller-Gemeinschaft: wenn Eltern zu sehr harmonisieren

So ganz nebenbei bin ich heute schon über ein äußerst interessantes Thema gestolpert: Immer mehr Krawall Kinder. Thematisch gleichgelagert ist hier zudem, dass Eltern immer mehr auf dem Harmonierungstrip im Bezug auf ihre Kinder sind. Eines der Ergebnisse dieser elterlichen Handlungs- und Denkweise: eine harmoniesüchtige Chiller-Gemeinschaft mit Kindern, die machen was sie wollen…

Als mehrfach Mutter weis ich wie schwierig manchmal das Leben mit Kindern sein kann. Und das Erziehen, Führen, Fördern und Fordern der lieben Kleinen oder Großen. Gewiss war und bin ich nicht perfekt, wenn es um meine „Rolle“ als Mama geht, aber bestimmte Vorgehensweisen und auch eine Konsequenz habe ich bis heute beibehalten. Bei allen vier Kids, wobei der Älteste dieses Jahr 30 und der Jüngste 14 Jahre alt wird.

Auch meine Kinder hatten ihre Trotzphasen und pubertäre gehirnbedingte Knallattacken, aber was auch immer passierte, war ihnen allen klar: Mama liebt mich immer, darf aber ihre Wut und Ärger zeigen. Sie bestimmt bei wichtigen Dingen den Weg, sagt Nein, wenn es notwendig ist und bleibt dabei. Sie fordert von kleinauf den kindlichen Beitrag zur familiären Gemeinschaft und fördert wo es für das jeweilige Kind angebracht ist. Zudem wissen meine Kinder was es bedeutet Werte und Prinzipien zu leben, sich in einer Gesellschaft zu benehmen und die Worte Danke und Bitte nicht als Fremdworte zu betrachten.

An dieser Stelle darf ich mich selber loben: ja, meinen persönlichen Erziehungsauftrag und Anspruch an mich als Mutter habe ich ganz gut hinbekommen.

Ich weiß allerdings, dass das in vielen Familien nicht so ist und vor allem wird es immer schlimmer. Die Eltern vergehen fast vor Harmoniesucht mit ihren Kindern, sagen Nein, um dann doch nachzugeben, vergessen bestimmte Werte zu vermitteln, fordern von ihren Kindern nichts ein, aber sind oftmals auch zu bequem, um ihre Kinder gezielt zu fördern und für das Leben stark zu machen…

Da tanzen die lieben Kleinen Mama und Papa von morgens bis abends auf dem Kopf herum und die Eltern lächeln nur milde. Oder parken ihre Kids vor dem Fernseher und der Playstation. Arbeiten zur Selbstentfaltung und zum Führen eines selbstbestimmten Lebens wird vielfach beiseite geschoben und oft liegt die Zukunft in der Anspruchnahme von Transferleistungen verschiedener Ämter. Lieber Chillen als Arbeiten. Lieber mit Freunden die Schule schwänzen als zu lernen und sich somit unabhängiger machen. Respekt vor den Eltern oder Erwachsenen: wozu? Mama und Papa haben mich ja immer lieb, egal wie ich mich benehme oder wie ich drauf bin. Eine fatale Entwicklung…

Ich selbst werde nachwievor meinen mütterlichen Erziehungsweg gehen. Respekt gegenüber meinen Kindern eingeschlossen, den ich allerdings ebenfalls erwarte und auch bekomme. Ohne Zwang. Ohne Strafmaßnahmen. Ob das an meiner liebevollen, wegweisenden Konsequenz liegt? Das weiß ich nicht, aber so ganz verkehrt kann ich wohl die vergangenen Jahre bzw. Jahrzehnte nicht gelegen haben.

Wie denkt ihr über dieses Thema?

Wie haltet ihr das mit euren Kindern?

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