Rezension: #regretting motherhood Wenn Mütter bereuen von Orna Donath

Wenn eine Frau Mutter geworden ist, muss sie dann ihr Leben lang auf Wolke 7 schweben oder hat sie auch das Recht ihre Entscheidung für Kinder zu bereuen? Und was hat das alles mit der Gesellschaft zu tun? Das aktuell 2016 erschienene Buch „#regretting motherhood Wenn Mütter bereuen“, geschrieben von der Soziologin Orna Donath, beschäftigt sich mit einem wahren Tabu-Thema…

Allgemeine Bilder 265

Die Vollendung und das Glück einer Frau ist die Mutterschaft. Punkt. Und wer etwas anderes behauptet, ja, gar denkt, ist und bleibt eine selbstsüchtige Rabenmutter. Aber was ist, wenn tiefer hinter die Fassade der Mutterschaft und die Gesellschaft geblickt und das Bereuen eines Mutterseins thematisiert wird? Dann entsteht zunächst ein auf Studien basierendes Buch, das #regretting motherhood, und somit „Wenn Mütter bereuen“ thematisiert und endlich eine Debatte darüber auslöst, dass Mutterschaft nicht die vorgeschriebene Erfüllung für eine Frau bedeuten muss.

Die israelische Soziologin Orna Donath hat sich im Rahmen einer Studie genau mit diesem Thema beschäftigt und vielfältige Ergebnisse daraus zu einem sehr interessanten Buch zusammengefasst, das gewiss nicht nur bei vielen Frauen zu einem „Endlich sagt das mal jemand!“, aber zu einem „Wie können Frauen nur bereuen Mama geworden zu sein!?“ führt. Die Autorin hat in ihrem Sachbuch eine Vielzahl an begleitenden Themen in ihrem Buch aufgegriffen, wobei der Fokus darauf liegt, dass Mütter ihre Kinder lieben, aber gleichzeitig die Entscheidung für Kinder auch bereuen (können und dürfen). Und wie die Gesellschaft mit solchen Rabenmüttern umgeht. Gepaart natürlich auch mit dem schlechten Gewissen, dass viele Mütter bei dem Gedanken „warum habe ich nur Kinder bekommen?“ beschleicht, dem familiären und gesellschaftlichen Druck eine gute, liebende Mütter zu sein. Letzteres natürlich immer, egal was da so im Leben einer Mutter kommt.

Ein kurzer Blick (Auszug der Kapitel und einige der Inhalte) in das Inhaltsverzeichnis lässt bereits erahnen, dass das Tabu-Thema endlich auf den Tisch gebracht wurde und die Möglichkeit dazu gibt sich als Mutter zu öffnen, ohne danach als schlechte Mutter zu gelten. Oder deutlich besser damit umgehen zu können:

  • Einleitung: Was meinen wir, wenn wir von Reue sprechen?
  • Die Studie
  • Wege zur Mutterschaft: Das Diktat der Gesellschaft gegen die Erfahrungen der Mütter
  • Forderungen und Ansprüche an die Mutterschaft: Wie Mütter aussehen, handeln und sich fühlen sollen
  • Regretting Motherhood: Wäre ich doch niemals Mutter geworden!
  • Es war ein furchtbarer Fehler – Was die Frauen dazu sagen
  • Erfahrungen von Mutterschaft und Reue: Wie Frauen mit einem unerlaubten Gefühl leben
  • Wer bist du Mama? Regretting Motherhood zwischen Schweigen und Reden
  • Mütter- Subjekte: Was uns Reue über die Lage von Müttern sagen kann
  • Wie Mütter heute leben: Vorzüge und Mängel
  • Befriedigung in der Mutterschaft: Nur eine Frage der Bedingungen?
  • Mutterschaft als traumatische Erfahrung
  • Die Mutterliebe: Verbundenheit und Fessel
  • Wo sind die Väter?
  • Fantasien vom Verschwinden
  • Getrennt leben von den Kindern
  • Mehr Kinder – oder lieber nicht?

Ein Einblick in das 272 Seiten starke Buch, dessen Schriftgröße recht klein gehalten wurde, sodass das Buch vollgepackt mit interessanten Ergebnissen der Studie sowie eine große Vielzahl an kurzen Erfahrungsberichten unterschiedlicher Frauen gespickt ist. Frauen, die tatsächlich bereuen Mutter geworden zu sein. Und wie sie damit leben, wie Arbeitgeber, Familie, Freunde und die Gesellschaft ansich damit umgehen. Mit der jeweiligen Frau umgeht, wohlbemerkt.

Mein Fazit zu diesem Buch:

„#regretting motherhood Wenn Mütter bereuen“ ist thematisch sicherlich keine leichte Lektüre und könnte so manch einem Leser oder Leserin auch mal bitter aufstoßen. Allerdings spricht die Autorin in ihrem Buch genau das Thema an, welches selbst mich seit fast 30 Jahren beschäftigt und begleitet. Da es sich bei diesem Buch nicht um einen seichten Roman handelt, gibt es selbstverständlich sprachlich den großen Hauch der wissenschaftlichen Forschungen der Autorin. Allerdings wird das Ganze durch zahlreiche spannende Informationen ebenso aufgelockert als auch durch die vielen Erfahrungsberichte einzelner Frauen. Ich selbst finde das Buch sehr gut geschrieben und noch besser finde ich, dass endlich mal jemand dieses Thema aufgreift, öffentlich macht und somit nicht nur Debatten auslösen, sondern auch so mancher Frau das schlechte Gewissen nehmen kann. Sehr empfehlenswert!

Das Buch „#regretting motherhood Wenn Mütter bereuen“, geschrieben von Orna Donath, erschienen im Knaus Verlag, umfasst 272 Seiten, kostet 16,99€ und ist im Handel sowie direkt unter folgendem Link erhältlich: Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen

 

 

2 Gedanken zu “Rezension: #regretting motherhood Wenn Mütter bereuen von Orna Donath

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