Outing: Ich bin ein Scanner – und Du?

Heute muss ich mich mal outen…ich bin ein Scanner! Und Du?

Je älter ich werde, desto bewusster werden mir bestimmte Sachen, die eine prägende und begleitende Verhaltsweise beinhalten. Oftmals mit durchaus daraus resultieren Schwierigkeiten, Problemen, Streitereien und Missverständnissen…

Mein Leben lang habe ich mich selbst als eine Reisende oder als Fliegerin bezeichnet: ich bin zigfach in meinem Leben umgezogen, habe eine steile Karriere als Jobhopperin hinter mir, mehrfach mein Äußeres verändert. Bis vor gar nicht so langer Zeit habe ich das hauptsächlich auf mein Sternzeichen geschoben: ich bin Wassermann, oder besser gesagt, Wasserfrau. Und unter diesem Stern geboren unter anderem „schnell gelangweilt, freiheitsliebend, kreativ, hilfsbereit…“ Heute weiß ich, dass ich ein sogenannter Scanner bin. Beruhigend, denn oftmals habe ich mich selber gefragt „warum bist du so oder warum wiederholen sich immer wieder bestimmte Verhaltensweisen?“

Scanner. Dieses Wort kann alles und nichts bedeuten, aber im Zusammenhang mit einer Person gibt es deutliche Hinweise darauf, was ein Scanner eigentlich ist:

  • Scanner hassen die Routine und die damit verbundene Langeweile
  • Scanner sind täglich auf der Suche nach Neuem, Unbekannten
  • Scanner lernen für ihr Leben gerne und hören dann mit etwas auf, wenn sie der Meinung sind „jetzt weiß ich genug darüber“
  • Für Scanner sind Menschen, die ihr Leben lang das gleiche tun, unverändert leben, nichts Neues erleben und erfahren wollen, der reinste Horror
  • Beginnt ein Scanner eine Arbeit und diese ist aus seiner Sicht ausgereizt, dann geht er
  • Scanner können mit einer anhaltenden Routine in ihrer Beziehung nur sehr schwer umgehen, was vielfach zum Streit, Missverständnissen, Schuldzuweisungen und Trennungen führt

Ja, ich bin ein Scanner, durch und durch…

Schon als Kind war ich begierig viel zu wissen, was sich allein darin zeigte, dass ich im zarten Alter von 10 Jahren bereits weit über 500 Bücher gelesen hatte (die ich dann verschenkte). Ich hatte so viele Jobs und Arbeitsstellen, dass ich grundsätzlich (wenn ich denn wollen würde, was ich aber nicht will) in 6 verschiedenen Berufen zur Abschlussprüfung antreten könnte. Voller Eifer habe ich jedes Mal etwas angefangen, so auch eine neue Stelle, gab alles um viel zu lernen und eine interessierte, geldbringende Mitarbeiterin zu sein. Irgendwann kam dann immer der Punkt, dass ich nicht mehr vorwärts kam, Arbeitgeber mich in meiner Wissbegier ablehnend behandelten…und ich daraus als Folge die Kündigung einreichte.

Interessanterweise blieb ich immer dann bei der Stange, wenn ich selbstständig gearbeitet habe (bis private Schwierigkeiten die Selbstständigkeit leider beendeten). Warum ist das so, habe ich mich immer gefragt? Weil ich als Selbstständige Tausende Projekte starten kann ohne ausgebremst zu werden. Ich lerne jeden Tag und setze das Gelernte so um, dass sich daraus wieder neue Dinge oder Möglichkeiten ergeben. In einem normalen Job unmöglich und geistig sowie seelisch für mich tödlich.

Ähnliches hat es sich mit Hobbys verhalten: Stricken, Häkeln, Sticken, Knüpfen, mit Mosaik arbeiten, Kochen, Backen, Malen, Klavier spielen, Reiten (oha, das habe ich immerhin von Herzen gerne 27 Jahre lang gemacht), Kampfsport (bis mein Menikus einen irreparablen Defekt erhielt, Ende mit dem Sport), Ballet, Bodenturnen, Schreiben (das mache ich konstanterweise seit fast 38 Jahren) und, und, und.

Ja, ich bin ein Scanner und kann aufgrund dieses Wissens nur mit mir selbst so viel besser umgehen und auch anderen (mein Partner zum Beispiel, der gar kein Scanner ist) plausibel machen, warum ich so bin wie ich bin. Das fördert das Verständnis ungemein.

Spannend, oder?!

Wie ist das bei euch?

Seid ihr ein Scanner und konntet ihr in eurem Leben damit öfters andere an den Wahnsinn treiben?

14 Gedanken zu “Outing: Ich bin ein Scanner – und Du?

  1. ok….dann bin ich auch ein Scanner….passt perfekt….ja, ich treibe regelmässig mein Umfeld in den Wahnsinn…..;-)))

      1. verständnisvolldieHand zurückreichund kräftigzudrück* ;-))))) ich mag den CLub aber gern, finde es eher aufregend als störend und Du ?

      2. *lächel* ich empfinde es eher als Bereicherung, somit durchaus aufregend. Stören tun sich stets nur andere daran „wie man so unnormal sein kann“…:-)

    1. Da bin ich auch gespannt, aber meine Erfahrung zeigt mir: das ist fast ein Tabu-Thema, kaum einer sagt wirklich das was er denkt oder macht *schade* immer diese „Ich-bin-so-wie-alle-Bilder“

      1. irgendwie ist mein Kommentar wohl verschwunden: Also wie Du beschrieben hast, ständig auf der Suche nach neuen Dingen und Erfahrungen, schnell gelangweilt, brauche Abwechslung…..könnte regelmässig umziehen, Routine beunruhigt mich 😉

      2. nirgendwo ausser innerhalb der Familie….der Rest sind nur Projekte….die Familie ist das einzig Konstante!

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