Ku’damm 56 – der Dokumentarfilm zum 3-Teiler

Zu später Stunde noch ein kurzer Beitrag zu einem heute Abend gesehenen Dokumentarfilm auf ZDF: Ku’damm – der Dokufilm zum 3-teiligen Film. Geschichte, wirklich gut aufgearbeitet, einschließlich einem spannenden Lerneffekt und einem stetig wiederkehrenden Schmunzeln…

Sonntagabend. Wenn ich nicht gerade meine Zeit mit Lesen, mit der Familie oder am PC verbringe, versuche ich etwas Gescheites im Fernsehprogramm zu entdecken. Auf den Tatort hatte ich ebenso wenig Lust wie auf all die anderen Filme. Beim Zappen blieb ich bei ZDF hängen, und freue mich sogar darüber, denn sonst hätte ich den Dokumentarfilm „Ku’damm 56“ verpasst.

Die 50er Jahre in Deutschland (ja, obwohl erst kurz nach dem 2. Weltkrieg, wäre das eine Zeit gewesen in der ich auch gerne schon gelebt hätte). Der Krieg vorüber, das Wirtschaftswunder noch nicht ganz da, Benimm in den Tanzschulen und bei sexuellen Kontakten, Homosexualität unter Strafe und damals noch eingesetzte Elektroschocktherapien in den Psychatrien.

Ich fand diesen Dokumentarfilm, der sich auf den 3-teiligen gleichnamigen Film bezieht, wirklich interessant. Für uns heute eine verklärte Zeit, damals aber für die Menschen nicht nur Rock ’n Roll. Ein Durchschnittseinkommen von 400 D-Mark, der Eintritt in einen Club kostete 2 D-Mark (dafür gab es aber eine Cola), die Aufteilung Berlins, die Nachwehen vom Krieg und der Beginn des Wirtschaftswunders und Aufschwungs im Land.

Frauen konnten damals noch ein Kranzgeld einfordern, wenn das Heiratsversprechen nicht eingelöst wurde, die Männer mussten den Arbeitsvertrag ihrer Gattin unterschreiben (sofern er seine Zustimmung zur Berufstätigkeit gab), Frauen versuchten (ob mit oder ohne Beruf) ihrem Mann eine erstklassige (Haus-) Frau zu sein, Benimm wurde ebenso groß geschrieben wie die Rebellion der Jugend.

Irgendwie wurde ich doch etwas wehmütig, denn wenn wir uns heute umsehen, hat sich so vieles verändert, auch wenn damals vieles aus heutiger Sicht „gar nicht mehr geht“. Aber Werte waren noch wichtig, Tanzen und ein zaghaftes Kennenlernen, jeder wusste woran er schlussendlich war, Familie (wenn auch oft mit dem Trau-Schau-Bild) wurde noch gelebt…Nostalgie lässt grüßen.

Wer die Doku auf ZDF nicht gesehen hat (und auch nicht den 1. Teil des 3-Teilers), kann ich nur empfehlen entweder diese Sendung nachträglich anzuschauen oder morgen, am Montag um 20.15 Uhr, dann den zweiten Teil des Films.

Hat jemand von euch „Ku’damm 56“ angeschaut?

Interessiert euch generell Geschichte?

Zu welcher Zeit hättet ihr ebenfalls gerne gelebt?

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