Helikopter Eltern sollte man die Flügel kürzen

Sie lieben ihr Kind. Sicherlich. Aber sie zerstören ihr Kind mit ihrer Aufmerksamkeit, Fürsorge und ja, auch mit ihrer affigen Liebe. Helikopter Eltern sind kein Witz, sondern für die betroffenen Kinder eine wahre Plage, die sogar im späteren Leben nicht ohne Folgen bleibt…

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Ironisch, oder. Aber aufgrund der ständigen Zunahme von Vätern und besonders Müttern, die ihr Kind wie eine Drohne oder eben ein Helikopter umschwirren, lässt solch ironische Hinweise kaum aus.

Helikopter Eltern meinen es in den meisten Fällen nur gut mit ihrem Kinder oder ihren Kindern, schießen dabei aber weit über das Ziel von Liebe, Schutz und Erziehung hinaus:

  • Sie suchen zumeist die Kleidung aus, die die Kinder dann tragen (sollen)
  • Selbst wenn die Kinder aus der Grundschule raus sind, wird ihnen ihr Frühstücksbrot gemacht und sogar hinterher getragen, wenn die großen Kleinen es vergessen haben
  • Bildung und Förderung stehen Helikopter Eltern sehr im Kopf, ergo wird das Kind zu allem möglichen angemeldet, hingefahren und dann mit einer sehr hohen Leistungserwartung täglich unter Druck gesetzt
  • die Eltern überwachen ihr Kind via GPS oder sogar mittels einer heimlichen Kamera
  • das Kind wird keine Freunde haben, deren Namen, Herkunft und Adresse die Eltern nicht gleich und umgehend zur Verfügung haben
  • Im Gegenzug verwöhnen die Eltern ihr Kind regelrecht, nehmen ihm möglichst alles Unangenehme und Anstrengende ab
  • und die Einmischung in jegliche Lebensbereiche des Kindes, übrigens selbst dann, wenn dieses schon erwachsen ist

Für die Kinder oft ein wahrer Horror Helikopter Eltern zu haben, die es ja in der Regel nur gut meinen und ihr Kind schützen und fördern wollen. Allerdings kann solch eine Übermutterung oder Übervaterung nach hinten losgehen, was wirklich sehr häufig der Fall ist.

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So wird das Kind nicht zur Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit erzogen, was bekanntlich spätestens seine Tragweite zeigt, wenn die Eltern versterben. Zudem werden Helikopter-Kinder oft gehänselt und von Gleichaltrigen ausgegrenzt, werden depressiv, krank, nehmen Drogen oder verfallen schon früh dem Alkohol. Massive psychische Schwierigkeiten, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und das auch nach dem 18. Geburtstag.

Mikromanagment, wie das Verhalten der Helikopter Eltern ebenfalls genannt wird, kann also das Leben des Kindes mehr zerstören als fördern und schützen…

Für alle, die sich in solch einem fatalen Mikromanagement befinden oder selbst schon ahnen, dass sie auf dem besten Wege dazu sind Helikopter Eltern zu werden, folgend einige Links und Tipps zum Informieren und Reagieren:

Familientherapeuten, Jugendämter, Lehrer – all diese können als erste Anlaufstelle dienen, wenn man sich als Vater oder Mutter im Kreislauf der Überbehütung und Dauerkontrolle befindet.

3sat Doku „Generation Weichei“

 

Kinofilm „Frau Müller muss weg“

 

Fotoquelle: wikipedia.de

8 Gedanken zu “Helikopter Eltern sollte man die Flügel kürzen

  1. ich fand den 3sat Beitrag mehr als eine Werbung für die Bücher. Ich glaube nicht, dass, wenn Kinder ihren Eltern 1x täglich smsen, sie überwacht werden….es ist sicher eine feine Linie, wo Überwachung beginnt und Förderung/Erziehen aufhört, aber für mich hat der Film das nicht deutlich gezeigt. Ausserdem müssen Kids immer noch allein in die Schule gehen, da kann keiner helfen und es ist gut, dass Eltern als Auffangnetz dahinter stehen. LG Ann

    1. Guten Abend Ann. Danke für deinen Kommentar und deine Meinung. Als Eltern hat man es nie leicht (auch Kinder nicht mit ihren Eltern*smile*), aber Überbehütung sollte wirklich ausbleiben, denn irgendwann müssen die Kinder alleine durch die Welt gehen…Liebe Grüße

      1. Die Frage ist dann wohl, wo Ueberbehuetung anfaengt….*GlasWeissweinrueberreich*

      2. *dasGlasdankendannehmeunddenWeinimGlasschwenke* gute Frage…ich bin ja selber mehrfach Mama und ich alle geschützt, aber ihnen stets die Hand immer dann freigegeben, wenn sie einen neuen Schritt in die Selbstständigkeit machen konnten…Kontrolle und Fordern bzw. Fördern ohne sie zu ersticken, Vertrauen spielt hier eine riesige Rolle (gegenseitig) und loslassen können, denn Kinder bekommt man, um sie gehen zu lassen

      3. Ich bin auch Mehrfachmutter. Wir sind aber mehr ein funktionierendes Team.. .und die Sicherheit haben sie durch eine Kombi aus Behuetung, Unterstuetzung und Selbstaendigkeit erworben. Vertrauen war dabei die Basis!!!

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