Kritik erhalten, austeilen – Chancen statt Blockaden

Wie geht ihr mit Kritik um? Privat und im Beruf? Blockiert ihr, schießt dagegen, haltet an eurem Denken und Handeln fest oder übt ihr euch in Selbstreflexion und steht einer Kritik nicht nur gelassen, sondern auch noch freudig gegenüber? Freudig, wenn man doch scheinbar nur angegriffen wird? Doch, durchaus, denn…

…Kritik an uns, unserer Person, unserem Denken und Handeln bietet gleich mehrere interessante Informationen und auch Chancen. Somit ist Kritik erst einmal etwas äußerst Positives.

Als ich noch deutlich jünger war als heute empfand ich eine Kritik in erster Linie als Angriff auf meine Person. Dementsprechend fiel meine übliche Reaktion aus: Abwehrhaltung, hasserfüllte und total unverständliche Gedanken, mit nachfolgender depressiver Verstimmung und weiteren chaotischen Gefühlen. Heute, gereifter, sehe ich kritische Stimmen als etwas sehr Gutes an und, ob ihr es glaubt oder nicht, ich freue mich sogar über kritische Stimmen. Letztere werden nicht nur all jene unter euch kennen, die in der Öffentlichkeit stehen oder schreiben, sondern auch Du und Du im alltäglichen Leben.

Vielleicht denkt nun der eine oder andere von euch „Vio hat nen Dachschaden!“, gut, manchmal habe ich den durchaus, aber schaut mal was für mich Kritik an meiner Person oder Tun grundsätzlich bedeutet…

  • Wer mich in irgendeiner Form kritisiert, nimmt mich erst einmal wahr. Und ein Wahrgenommenwerden zeigt doch, dass man kein Luftwesen ist, das von nichts und niemand gesehen wird.
  • Kritik bietet mir stets die Chance der Selbstreflexion, wenn ich es denn mit einer gehörigen Portion Gelassenheit annehme. Anstatt gleich hoch- und dagegen zu schießen atme ich tief durch und hinterfrage die Kritik, mal direkt, mal nur im Bezug auf mich selbst: ist an der Kritik was dran? Und wenn ja, bin ich bereit etwas zu verändern, aber so, dass es sich für mich immer noch gut anfühlt?
  • Kritik als Chance, ein kleines Beispiel: geht mal in ein Lokal und kritisiert, sofern aus eurer Sicht tatsächlich berechtigt, die Bedienung, den Koch, den Inhaber. Was wird wohl in den meisten Fällen geschehen? Die meisten Menschen gegen in eine massive Abwehrhaltung „wem`s nicht passt, soll doch gehen“, und nehmen sich wirklich Chancen für eine positive Änderung. Ich selbst war schon mehrfach in der Gastronomie tätig und empfand kritische Stimmen stets als Möglichkeit mich oder das Lokal bzw. die Menschen, die darin arbeiten, zu verbessern. Also positiv, oder?
  • Gleiches gilt für alle andere Berufssparten: ein Hinterfragen der Kritik, direkt den Gegenüber oder sich selbst, nimmt erstens Spannungen und Aggressionen aus der Situation und zweitens löst es Reflexionen aus.
  • Ich selbst bringe meinem Kritiker erst einmal Verständnis entgegen. Jeder hat seine Ansichten und Meinungen, jeder sieht oder hört etwas anderes wie ich. Also warum sollte ich dann gleich mit Kanonen schießen? Zudem muss ich mir doch die kritischen Schuhe der anderen nicht anziehen, denn DAS liegt ganz allein in meiner Entscheidung.

Ihr seht: mit Kritik umgehen ist stets eine persönliche Einstellungs- und Ansichtssache. Und meine Erfahrung zu diesem Thema hat mir bereits sehr häufig gezeigt, dass kritische Stimmen mich weitergebracht haben. In meiner eigenen Entwicklung ebenso wie auch aus beruflicher Sicht. Somit stehe ich Kritik zunächst positiv gegenüber, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mich stets frage was ich meinem kritischen Gegenüber gerade selbst widerspiegle, also eine gehörige Portion Psychologie in solch einer Situation zu Rate ziehe. Oftmals äußerst aufschlussreich.

Wie geht ihr mit Kritik um?

Kritisiert ihr gerne und viel, und warum?

5 Gedanken zu “Kritik erhalten, austeilen – Chancen statt Blockaden

  1. Da muss man meiner Meinung nach privat und dienstlich trennen. Dienstlich ist es einfach. Man kritisiert nie die Person. Kritik am Arbeitsergebnis ist kein Problem.
    Privat sollte man das auch so machen, das klappt aber nicht immer, eigentlich meistens nicht.

  2. es kommt sicherlich darauf an, wer es macht und wie. Ehrlich gesagt, die Kritik meiner Kinder trifft mich nach wie vor;-) Der Rest lässt mich eher kalt. Konstruktive Kritik finde ich gut!

    1. 🙂 aber Mama *grins* du wirst lachen, so mancher Spruch von meinem Jüngsten hat auch schon gesessen, aber danach lachen wir zusammen und alles ist gut

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