Zwischen Ängsten und Leben retten: Organspenden

Im vergangenen Jahr warteten in Deutschland mehrere Tausend Menschen auf ein Spenderorgan. 870 Menschen spendeten eines oder mehrerer ihrer Organe. Eine gewaltige Diskrepanz, die immer noch sehr häufig an den diffusen Ängsten der Menschen selbst liegt. Dieser Beitrag soll weiter aufklären und beschäftigt sich zudem mit der Angst, nach dem Tod, seine Organe als Lebensretter zu spenden…

07_FSJH6352-200x133

Es gibt Themen, die verursachen beim Denkenden durchaus massive körperliche und seelische Zustände, so etwa eine Faust, die sich um das eigene Herz schließt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es geht um das Thema Organspende. Ob zu Lebzeiten oder nach dem Tod.

Ein kurzer Blick in die Geschichte der Organspende zeigt, dass bereits 1954 die erste Organspende zwischen zwei eineiigen Zwillingen stattgefunden hat. Damals war es eine Lebendspende einer Niere. Der Bruder, der diese erhielt, lebte weitere acht Jahre. Sein Bruder, der Spender, verstarb erst nach 56 weiteren Jahren. Eine lange Geschichte der Organspende, die bis heute aktueller ist denn je.

Leider herrscht immer noch viel Unwissen über dieses Thema, obwohl seit Jahren darüber berichtet wird. Und Unwissen verursacht ebensolche Ängste wie auch das Wissen nach dem Tod seine Organe zu spenden.

Der Mensch möchte stets festhalten, was er hat. Und hierunter fallen selbstverständlich auch all jene Organe und weiteres menschliche Gewebe, die für eine Transplantation überhaupt in Frage kommen. Als Spenderorgane oder Gewebespende sind das Herz, die Nieren, die Leber, die Lunge, Knorpelgewebe, Knochengewebe, Knochenmark, Augenhornhaut, Blutbestandteile, Sehnen, Haut, Gehörknöchelchen oder auch Herzklappen möglich.

Organspenden oder Gewebespenden retten Leben. So viel wissen durchaus die meisten Menschen in unserem Land. Allerdings beschäftigen sich die meisten hierbei mehr mit ihren Ängsten als der Tatsache, dass durch ihre Organspende ein leidendes Kind oder Erwachsener die Chance bekommt noch einige schöne Momente im Leben erleben zu dürfen. Klar ist: jede Angst sollte ernsthaft beachtet, jedoch durch eine weitere gezielte Aufklärung und das eigene Informieren zum Thema Organspende gemildert werden. Gänzlich eine Angst zu unterbinden, gerade bei solch einem wichtigen Thema, wäre unnatürlich, denn besonders beim Thema Tod und Organe spenden wird es sehr unheimlich.

Fragen, wie etwa „aber wenn ich noch nicht richtig tot bin, was dann? Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, da brauche ich doch meine Organe, oder?“ und viele weitere mehr, zeigen auf, welch unbegründete Sorgen der Mensch sich hier macht. Gut, keiner weiß, wie es ist nach dem Tod, aber gehen wir vom gesunden Menschenverstand aus, bleibt eine leere körperliche Hülle auf Erden zurück. Und die Seele braucht für ein mögliches Weiterleben keine Organe. Auch hinsichtlich der Angst, man würde als Scheintoter aufgeschnitten werden, ist unbegründet, denn die entsprechenden Untersuchungen, Diagnosen oder auch mögliche abwartende Zeiten sind gegeben.

Ja, das eigene Sterben macht Angst. Diese Ängste befassen sich zum Beispiel damit, dass es doch nicht sein kann, dass man selbst plötzlich weg ist, das Leben der anderen ohne einen weitergeht oder auch wo man nach dem Tod wohl landet und ob das Sterben schmerzt. Verständlich, diese Gedanken. Allerdings stellt sich auch die Frage, warum der Mensch sich mit zum Teil massiven Ängsten belastet über etwas das er jetzt und heute doch noch gar nicht wissen kann. Irgendwann in der Zukunft, ja, da bleiben wir alle nicht davon verschont gehen zu müssen, aber heute? Hier? Jetzt? Belasten derartigen Ängste und Sorgen nur und nehmen einem anderen Menschen vielleicht die Chance weiterleben zu dürfen, wenn unser Leben unabdingbar sein Ende findet. Weil wir zu sehr krank sind oder die eine einzige Sekunde zur falschen Zeit, am falschen Ort dafür sorgt, dass uns etwas Tödliches zustösst.

Wäre es da nicht bei all den Sorgen und Nöten zum Thema Organspende, ja oder nein, nicht ein wundervoller Gedanke genau zu wissen, dass noch ein Teil von uns auf Erden seinen wertvollen Dienst erweist, wenn wir schon längst in anderen Sphären zu finden sind? Die Seele wandert, aber etwas real Greifbares ein Kinderlachen ebenso ermöglicht wie einem Erwachsenen noch etwas Zeit mit seinen Liebsten verbringen zu können, weil eigentlich seine Zeit auf Erden noch nicht ganz abgelaufen ist?

Informieren und sich intensiv mit diesem Thema und den seelischen sowie körperlich greifbaren Ängsten beschäftigen sind gerade bei dieser Thematik Organspende das A und O. Unter folgenden Links erhaltet ihr weitere wichtige und fundierte Informationen zum Thema dieses Beitrags, inklusive einem Spenderausweis.

https://www.organspende-info.de/kurz-knapp

https://www.organspende-info.de/organspendeausweis

Wer bereits heute Ja zum Leben sagt, der wird bei einem reiflichen Nachdenken feststellen können, dass die Entscheidung auch und gerade nach dem eigenen Tod Organe zu spenden, ein Vielfaches an ehrlichem und sinnvollem Ja zum Leben verspüren und selbst nochmal ein ganz anderes „Leben spüren können“ ermöglicht. Denn nach dieser Entscheidung weiß man ganz genau, dass das eigene Leben einen wahren Sinn gehabt hat. Bei eingehender Überlegung ein beruhigendes Gefühl.

 

Fotoquelle: organspende-info.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s