Depressionen, der neue TK-Depressionsatlas und offene Fragen

Vor wenigen Tagen wurde eine neue Studie im Rahmen „TK-Depressionsatlas“ veröffentlicht. Die Zahlen und Fakten, allein von der Techniker Krankenkasse, sind nicht nur erschreckend, sondern werfen bei mir wieder einmal Fragen auf…

Deutschland – ein Land der Depressiven? Eine Frage, die mich nicht nur aktuell umtreibt, seid ich die aktuellen Fakten zum neuen TK-Depressionsatlas gelesen habe. Und nicht nur diese eine Frage, sondern gleich mehrere.

In dem Depressionsatlas wird ersichtlich, dass Depressionen und depressive Verstimmungen inzwischen zu den Hauptursachen für Krankmeldungen und Krankheitstage gehören. Angesichts der steigenden Fälle gehen inzwischen Experten davon aus, dass bis zum Jahr 2030 eine Depression zur häufigsten Krankheit werden könnte. Wann ein Mensch unter Depressionen leidet, und in welchem Umfang, unterliegt verschiedenen Kriterien…und Ursachen.

Diese können sowohl sozialen, psychischen als auch körperlichen Faktoren unterliegen. Oftmals allerdings aus einer Kombination dieser drei Faktoren. Interessant ist hierbei, dass Depressionen vor keiner Schicht halt machen: ob Rentner, Hartz4-Bezieher, Angestellter, Arbeiter, Selbstständiger oder Manager – die oft langanhaltende tiefe Niedergeschlagenheit mitsamt ihren anhängenden Symptomen kann jeden treffen.

Depression – wie zeigt sich diese eigentlich? Ein Symptom für eine vorhandene Depression, die unterschiedliche Stärken aufweisen kann, kommt nur selten alleine und oftmals schleichend. Oft beginnt die Depression mit einer Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitmangel, eine tiefe Traurigkeit, Interessenlosigkeit, eine (bleiernde) Müdigkeit, die Zunahme eines abfallenden Selbstwertgefühls, das Gefühl alleine mit allem zu sein, Hoffnungslosigkeit beim Blick auf die Zukunft, Schlafstörungen, Schuldgefühle oder auch der Verlust der Genussfähigkeit.

Wer depressiv ist, je nach Ausprägung, möchte sich am liebsten unter einer Decke verstecken, niemanden hören und sehen, keiner soll etwas von einem wollen…ein Zustand, der häufig mit Selbstmordgedanken endet. Und oftmals sogar vollzogen wird.

Eine Depression kann extrem anstrengend sein, denn viele der Betroffenen versuchen irgendwie den Tag zu überstehen, am besten auch so, dass keiner was merkt. Nicht selten trifft ein Betroffener nur auf Unverständnis „du hast doch alles!“, was den Depressiven nur noch mehr dazu bringt sich zurückzuziehen…die Welt ist nur Schwarz…

Erschreckend hoch ist auch die Zahl derer, die Antidepressiva / Psychopharmaka nehmen. Oder Schlafmittel, Aufputschmittel. Oder eine Mischung aus allem. Morgens wach werden, tagsüber alles überstehen, nachts irgendwie schlafen können. Ein fataler Kreislauf, aus dem es einiges an Kraftanstrengung benötigt, um das Leben wieder bunter sehen und leichter erleben zu können.

Wie überlastet sind die Menschen nur in ihrem Alltag, im Beruf, im Leben ansich?

Wie einsam und verlassen müssen sich all jene fühlen, die im dunkelsten Eck des Kellers sitzen?

Wie viel Unverständnis wird einem entgegengebracht, wenn man nicht „normal“ funktioniert?

Wie viel Druck hält der Mensch überhaupt aus?

Sind die Betroffenen auch von ihren Ärzten, Therapeuten und Psychiatern allein gelassen, mit Medikamenten noch mehr ruhig gestellt?

Fragen, die mich beschäftigen, einst selber lange depressiv (allerdings habe ich stets jegliche Art von Medikamenten verweigert). Eine Lebensphase, die ich glückerweise überstanden habe…was ich auch allen anderen wünsche, die sich im Alltag verkriechen, der so viel Belastendes bereithält…

Wer sich für die gesamte Studie TK-Depressionsatlas (sehr interessant!) interessiert, kann diese unter folgendem Link nachlesen: https://www.tk.de/tk/themen/depressionsatlas-2015/depressionsatlas-2015-studienband/695734

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