Aktuelle Sendung „Kochprofis“: Zur Post in Ahlden und erneute Fragen

Ich koche selber gerne, regelmäßig und demnächst im eigenen Gesundheitsimbiss noch mehr, verbunden mit einem bestimmten Anspruch. Einem Anspruch an mich selbst. Und da ich stets gerne Neues lernen will, sehe ich mir ab und an auch Kochsendungen an. Hierunter fällt die Sendung der „Kochprofis“ auf RTL II, von denen ich mir auf unterhaltsame Art und Weise schon einiges abgucken konnte. Doch bei jeder Sendung überfallen Fragen meine Gehirnwindungen, so auch bei der heute ausgestrahlten Folge „Zur Post“ in Ahlden…

Die aktuelle Folge der Kochprofis, Folge 316, in deren Mittelpunkt die Landgaststätte „Zur Post“ in Ahlden stand, hat mich wieder einmal seltsam berührt und hierbei Tausende Fragen aufwerfen lassen, die sich mir allerdings immer wieder bei derartigen Sendungen stellen.

Die Landgaststätte „Zur Post“ wird von einem jüngeren Paar betrieben. Seit fünf Monaten, begonnen mit einem Startkapital von 1.500€. Dennis, 30, und Pächter der recht großen, äußerst veralteten Gaststätte, arbeitet seit 13 Jahren in der Gastronomie. Als Koch, aber auch im Service. Seine Freundin, tragischerweise im Alter von 3 Jahren von einer Zecke gebissen und seit dem körperlich behindert, liebt ihn sehr und hilft ihm so gut sie es mit ihrer schmerzhaften Behinderung kann. Zwei Menschen, die einen Traum hatten und versucht haben diesen zu leben.

Bereits das Testessen mit den Kochprofis endete in einem Desaster, das Urteil vernichtend, unter anderem mit der Aussage vom Kochprofi Andi „das war das erste Mal, dass er als Kochprofi nicht ein einziges Gericht essen konnte. Probieren ja, aber nicht wirklich essen“. Und ich konnte ihn verstehen…

Schmutz soweit das Auge sehen konnte, Lieblosigkeit in jeder der alten Ecken des weitläufigen Lokals und ein Koch, der irgendwann in seinem Leben jegliche Lust und Liebe zu seinem Beruf verloren hat. Defekte Geräte, unscharfe Messer, fehlende Gerätschaften, nicht vorhandene Kochkenntnisse…von den Kochprofis seien geschätzte 55.000€ notwendig, um überhaupt irgendetwas aus dem Lokal machen oder gar vernünftig kochen zu können. Doch bei bereits über 10.000€ vorhandenen Schulden und einigen Gläubigern, ohne konkrete und handfeste Einnahmen, ein Projekt unter dem Motto „ein Faß ohne Boden“.

Das Kochen und Essen als Neustart für das Lokal fand nicht statt, hingegen der weise Rat der Profis dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ein wirklich weiser Ratschlag. Und bei all dem heute Abend Gesehenen herrschen mal wieder Gedankenturbulenzen bei mir im Kopf…

Ein noch junger Mensch mit der Ausbildung zum Koch…wann hat er die Liebe zum Tun und die Achtsamkeit vor den Lebensmitteln und seinen Gästen verloren?

Wohin ist der persönliche Ehrgeiz verschwunden als Selbstständiger sein Bestes aus der Küche zu schicken, seine Gäste mit einer sauberen und warmen Atmosphäre zu begrüßen? Diese wertzuschätzen, ebenso wie die Chance auf eigenen Beinen etwas zu erreichen und seine Familie zu ernähren?

Was geschieht bei all jenen, die schlussendlich das Ende dem nicht endenwollenden Schrecken vorziehen oder vorziehen müssen?

Weshalb sagt all den Willigen für eine Selbstständigkeit niemand worauf sie wirklich achten müssen? Das Startkapital, die persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse, das Kalkulieren, Wirtschaften und Planen für eine tragfähige Zukunft? Oder, anders gefragt, sollten kritische und hinweisende Stimmen laut geworden sein, warum werden diese nicht intensiver angehört?

Fragen über Fragen. Diese werden mich nicht nur heute noch beschäftigen, sondern immer wieder…

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