Diagnose HSP: verwirrend-schöne hochsensible Welt

Kürzlich sprach mich eine ganz liebe Freundin an, ob ich nicht mal Lust hätte das Thema „HSP“ in einem Beitrag aufzunehmen und darüber zu schreiben. Vor einigen Jahren habe ich zwar hierzu bereits einen sehr langen Artikel für eine Online-Zeitung geschrieben, der sogar von einem Psychologie-Professor zur Verwendung angefragt wurde (worauf ich bis heute sehr stolz bin), aber selbstverständlich nehme ich mich diesem thematischen Wunsch gerne hier im Blog nochmal an. Mit neuen Informationen und einem Selbsttest. Das Thema: „HSP“, die verwirrend-schöne Welt der Hochsensibilität…

HSP kennt viele Begrifflichkeiten, so unter anderem eine Hochsensibilität, eine Überempfindlichkeit oder auch Hypersensibilität. Schon vor Jahren habe ich es vermieden von „Betroffenen“ zu sprechen, da diese Bezeichnung bei den meisten Menschen einen negativen Touch auslöst, heißt doch im eigentlichen gesellschaftlichen Sinne „von etwas betroffen sein“ zumeist „krank sein“. Dabei ist die Hochsensibilität beileibe keine Erkrankung, sondern, wenn man es mit einem perspektivischen Wechsel besieht etwas ganz Besonderes und durchaus Wundervolles im Leben. Auch wenn im ersten Moment Menschen mit einer Hochsensibilität nicht verstehen was mit ihnen geschieht und oftmals zudem andere nur wenig Verständnis für diesen „Zustand“ zeigen.

Hochsensibilität oder Hypersensibilität – was ist das nun genau?

Hinter diesen Begriffen steht ein Höchstmaß an Empfindungen und tiefen Wahrnehmungen, Mitleiden und Mitfühlen sowie eine Vielfalt an Kritikerien, die überhaupt erst eine Diagnose HSP möglich machen. So kann sich eine Hochsensibilität mit folgenden „Symptomen“ erkenntlich machen:

  • ein tiefes Mitgefühl für andere, und sei es sogar mit Charakteren in einem Spielfilm oder Zeichentrickfilm, das bishin zu einem eigenen Weinen verleitet oder das Mitempfinden von Schmerzen
  • eine erhöhte Empfindlichkeit und Sensibilität für Schmerzen
  • Gedankengänge und Fantasien, die sehr ausgeprägt sind
  • eine Wahrnehmung, die weitaus tiefer geht als nur an der Oberfläche im ersten Moment zu erkennen wäre
  • eine prägnante Beigeisterungsfähigkeit
  • ein hoher Gerechtigkeitssinn
  • der Hang zum Perfektionismus
  • Erlebtes lange „nachspüren zu können“
  • ein äußerst ausgeprägtes intuitives Denken, auch in größeren Zusammenhängen
  • eine Neigung zu spirituellen Themen
  • ein Langzeitgedächtnis in sehr häufig klarer Form
  • die urplötzlich auftretende Eingebung, dass etwas Negatives oder Gutes geschehen wird

um nur einige der Erkennungsmöglichkeiten einer vorhandenen Hypersensibilität zu nennen.

Viele Menschen, Frauen wie Männer und Kinder, sind zunächst häufig mit der veränderten Situation überfordert. Oftmals fehlt das Verständnis oder sie gehen davon aus „nicht normal“ zu sein und entwickelt erst aufgrund der fälschlichen Annahme „verrückt zu sein“ psychische Störungen. Dabei ist gerade eine Hochsensibilität eine wunderbare Möglichkeit das Leben gänzlich neu zu erfahren.

Das bewusste und hochgradige Wahrnehmen emotionaler Zustände anderer Personen, die Weitsicht für Entscheidungen, das Beschäftigen mit spirituellen Themen, ja, selbst der Hang zum Perfektionismus und ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis können wertvolle Schätze im Leben des Hochsensiblen sein. Solange man sich nicht in dem Gedanken verirrt krank zu sein, sondern sich bewusst damit auseinandersetzt und die positiven Möglichkeiten durchleuchtet, die sich vor einem ausbreiten. Ähnlich wie bei einer Hochbegabung stellt nämlich eine Hypersensibilität eine echte und schöne Chance im Leben dar. Eine Chance anderen zu helfen, sich selber eigenverantwortlich weiterzuentwickeln, beruflich mitunter gänzlich neue und erfolgreiche Wege zu gehen…so vielfältig die „Symptome“ einer HSP sind, so vielfältig kann das Leben positive Formen annehmen.

Einst als reines Phänomen bezeichnet, erweist sich zwischenzeitlich immer häufiger die Tatsache der Hochsensibilität als ein ganz besonderer Lebensschatz. Ob die hochgradig vorhandene Kreativität ausgelebt oder das übersensible Mit-Empfinden bei seelischen oder körperlichen Beschwerden anderer als Chance für eine (neue) Berufswahl wahrgenommen wird – Hochsensible sind von Natur aus besonders, ohne jedoch diese Besonderheit stets in den Vordergrund stellen zu müssen. Und diese Besonderheit gilt es anzunehmen und positiv für die Lebensgestaltung einzusetzen.

Bin ich hochsensibel, überempfindlich oder hypersensibel? Der Test.

Es gibt einen Test, der zwar noch nicht in aller Gänze ausgereift, jedoch für ein erstes Erkennen einer eigenen HSP, sprich Hochsensibilität, durchaus einen sinnvollen Ansatz dahingehend bieten kann, um das Kopfkarussel bezüglich „warum bin ich so oder warum verhalte ich mich so“ und „bin ich krank oder verrückt“ zum Stillstand zu bringen. Und um eventuell endlich aktiv zu werden, herauszufinden was mit einem los ist.

Der folgende Test findet sich auf der Webseite Zart besaitet, dem Verein zur Förderung hochsensibler Menschen:

http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

 

Wie sieht das bei euch aus?

Seid ihr hochsensibel oder kennt ihr Menschen mit HSP?

Wie denkt ihr generell über dieses Thema?

 

Hinweis: wer den einstigen Artikel von mir lesen möchte findet diesen hier

Hochsensibilität – wenn das Leben zu viele Gefühle hat

 

 

 

 

5 Gedanken zu “Diagnose HSP: verwirrend-schöne hochsensible Welt

  1. Hallo du Liebe! Ich empfinde es als eine Gabe und nicht als Fluch. Meine Oma hats an mich weitergegeben und meine Tochter hat es von mir geerbt. Mit den Jahren haben sich die „negativen“ Begleiterscheinungen abgeschwächt. Allerdings ist die Intuition immer mehr gewachsen. Früher hat es mir Angst gemacht, zu wissen, dass etwas auf mich zu kommt-heute nehme ich es als Hilfe für meine Entscheidungen. Es gibt mehr von uns, als man denkt. Liebe Grüße, Birgit, alias Nordseekrabbe ❤

    1. Ich finde es immer wieder schön miterleben zu können, dass HSP als Gabe oder Geschenk angesehen wird. Auch ich gehöre zu den HSPlern *lächel* und habe das nie als etwas Schlechtes angesehen. Liebe Grüße von mir zu dir, liebe Birgit und danke für deinen Kommentar

  2. Hallo 🙂

    Ein schöner Artikel, insbesondere dein verwendetes Wort „Lebensschatz“ hat es mir angetan – und in der Tat: es gibt mehr von uns, als man im Moment gerade sieht. Hochsensibilität ist einfach unsichtbar und nicht für jeden zu erkennen – das kann auch ein Vorteil sein 🙂

    Wenn du magst, darfst du dich auch gerne in meinem Wohnzimmer umschauen:
    https://hochsensibel1753.wordpress.com/herzlich-willkommen/

    Alles Liebe,
    Julia

    1. Hallo Julia, schön dich auf meinem Blog begrüßen und dir für deine Worte danken zu können! Und: na, bei solch einer freundlichen Einladung sehe ich mir dein Wohnzimmer doch gleich einmal an 🙂 Liebe Grüße

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