Leben und Umgang mit Ängsten – so könnt ihr befreiter leben

Angst ist ein vielfältiger Begleiter im Leben. Mal zeigt sie sich getarnt, mal blank und nackt. Doch eines ist immer sicher: Angst, egal in welcher Form, behindert uns im Leben, schränkt ein, zerstört. Uns und andere. Dabei gibt es wunderbare Ansätze mit Ängsten umzugehen und sich von ihnen zu befreien. Ich spreche aus Erfahrung…

Bevor ich mit euch über Ängste im Allgemeinen spreche, möchte ich euch eine kleine, aber nachhaltige Geschichte aus meinem eigenen Leben erzählen…

Vor rund 12 Jahren bin ich mit dem Auto vom Bodensee nach Fulda gefahren. Dort hatte ich mich für eine Produktschulung und Verkaufsschulung im Bereich Gesundheitsprodukte angemeldet. Die Fortbildung dauerte von Freitag bis Sonntag.

Ich traf interessante Menschen, lernte viel, hegte aber irgendwie ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Warum genau, konnte ich damals ebenso wenig in Worte fassen wie heute. Am Sonntagabend fuhr ich dann zurück. Auf der Höhe von Heilbronn, auf der Autobahn, passierte es: mein Körper begann während der Fahrt zu zittern, ich bekam keine Luft mehr, mein Herz raste, ich hatte Schweißausbrüche und verfiel in Panik. In letzter Minute zog ich mein Auto auf den Standstreifen, drückte die Warnblinkanlage…und wusste überhaupt nicht wie mir geschah. Ehrlich gesagt dachte ich „nun musst du sterben“. Ich rief den Notarzt und blieb im gleichen unerträglichen Zustand einfach nur im Auto sitzen. Der Rettungswagen kam, ich wurde in Heilbronn ins Krankenhaus gebracht und bis spät in die Nacht eingehend untersucht. Ergebnis: nichts! Kein Herzinfarkt, kein Schlaganfall…einfach nichts gefunden, was diese Symptome und die Panik hätte auslösen können. Morgen um halb Vier saß ich wieder im Auto. Ich musste ja irgendwie nach Hause zu meiner Familie. Auf der Autobahn zurückfahren ging einfach nicht mehr, so tingelte ich die letzten 160 Kilometer über die Landstrassen nach Hause. Sehr langsam, wohlbemerkt, immer noch mit einem bescheidenen Gefühl im Körper und Kopf. Morgens um 8 Uhr war ich dann daheim. Aber nichts war mehr so wie früher…

Autofahren? Ging nicht mehr. Nicht einmal mehr in der Stadt. Eine zeitlang hatte ich Angst und Attacken, wenn ich alleine daheim war. Nach einiger Zeit hatte ich hingegen Angst rauszugehen. Und immer wieder die panischen Symptome. Nach einem Jahr fuhr ich mit den Kindern in die Kur in den Schwarzwald. Gespräche, einzeln und in der Gruppe, brachten nicht viel, außer: ich erlernte eine bestimmte Technik, um mit den Ängsten und Panikattacken umzugehen. Ein jahrelanger Kampf liegt zwischenzeitlich hinter mir und in ganz seltenen Fällen, wenn ich zum Beispiel seelisch angeschlagen bin, dann versucht die Panik gerade bei (kurzen) Autobahnfahrten wieder von mir Besitz zu ergreifen. Aber ich lasse das nicht mehr zu! Ich bin stärker als die unberechtigten Angst- und Panikanfälle!

Warum erzähle ich euch so etwas Privates, wo andere nur verschämt schweigen, wenn sie ähnliches erleben? Weil ihr merken sollt: die Frau weiß wovon sie spricht und was sie hier an Rat gibt wirkt. Vielleicht nicht gleich, aber mit der Zeit immer besser. Denn eines ist absolut sicher: unnötige Ängste belasten nicht nur, sondern sie grenzen uns Menschen ein. In so vielen Lebensbereichen. Und alles nur, weil unser Kopf über uns bestimmen will. So nicht!

Nun aber nochmal zu Ängsten im Allgemeinen…

Viele Menschen können nicht mehr schlafen oder haben psychosomatische Beschwerden, weil sie vor Angst aufgefressen werden. Ärger mit dem Partner? ANGST er verlässt einen. Diskussionen oder eine Abmahnung in der Arbeit? ANGST entlassen zu werden. Man sagt zu irgendjemanden Nein. ANGST nicht mehr gemocht oder geliebt zu werden. Angst, Angst, Angst. Aber mal ehrlich: was bringt es uns in unnötigen Ängsten zu verlieren, krank zu werden vor Angst und Dinge zu tun, die wir gar nicht wollen? Nichts, meine Lieben, rein gar nichts bringt uns das. Also heißt es Wege zu finden sich von den unterschiedlichsten Ängsten zu befreien!

Tipps gegen Ängste und Panikattacken

  1. Es gibt ein menschliches Gefühl, das in jeder Situation deutlich stärker ist als die Angst: die Wut! Ich habe festgestellt, und weiß das auch von anderen (ehmaligen) Betroffenen, dass bei einer aufkommenden Angst oder Panik das bewusste Auslösen von wütenden Gefühlen jegliche Attacke zurückweist. Solltet ihr als wieder einmal angstvoll grübelnd im Bett liegen, Auto fahren, im Lift stecken oder unter vielen Menschen sein und die Angst oder Panik beginnt in euch aufzusteigen: denkt sofort und konsequent an etwas oder jemanden das/der euch sehr wütend macht oder mal gemacht hat! Glaubt mir: die Angst oder Panik hat dagegen keinerlei Chance!
  2. Wenn euch Ängste vom Verlassenwerden, vor einer Kündigung, vor einem finanziellen Desaster um den Verstand und Schlaf bringen, setzt euch hin, nehmt einen Zettel und Stift in die Hand und schreibt euch das absolut mögliche Worstcase auf! Das heißt: mal euch die jeweilige Horror-Situation in den allerschlimmsten Farben, Formen und Möglichkeiten auf. Aber konsequent und sei es bis „unter der Brücke wohnen müssen“. Damit beeinflusst ihr gezielt euer Gehirn, dem damit vorgegaukelt wird auf alles gefasst zu sein, was da vielleicht und möglicherweise irgendwann an Schlimmen eintreten könnte. Und wisst ihr was daran noch so besonders gut ist?!? Das Worstcase, das ihr euch selbst ausmalt, tritt so gut wie nie ein!
  3. Werdet aktiv bei all den Dingen, die ihr beeinflussen könnt. Und zwar rechtzeitig, schon beim ersten Anzeichen für mögliche Schwierigkeiten. Steckt den Kopf nicht in den berühmten Sand, sondern strebt voran. Der Job steht auf der Kippe? Sucht euch umgehend einen neuen! Gelder bleiben aus? Kümmert euch sofort um einen Banktermin oder sucht gezielt nach finanziellen Möglichkeiten und Lösungen! Der Partner verhält sich komisch? Hinterfragt euer eigenes Verhalten und sprecht ihn rechtzeitig darauf an, dass ihr das Gefühl habt „es stimmt was nicht mehr“!
  4.  Steigert euer Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen und die Übernahme der Eigenverantwortung. Alle drei helfen dabei, dass ihr bei vielen sich aufdrängenden Angstzuständen gelassen bleibt. Der Partner will euch verlassen? Dann ist es eben so. Wenn nichts mehr zu retten ist, dann hat jeder von euch es verdient seinen eigenen Weg alleine weiterzugehen und glücklich zu werden. Der Chef droht mit Kündigung? Wunderbar, das bietet euch die Chance endlich etwas ganz anderes zu machen. Ihr werdet eine neue Stelle finden und vermutlich ist diese nicht nur spannender, sondern wird auch noch besser bezahlt. Ihr habt Angst krank zu sein? Geht zum Arzt, lasst euch von Kopf bis Fuß durchchecken. Er wird kein Ergebnis finden, oder zumindest kein tödlich gravierendes. Danach lasst dieses Thema endlich aus eurem Kopf verschwinden und konzentriert euch auf die schönen Dinge im Leben.
  5. Redet über eure Angst, aber erwartet nicht, dass euch andere Menschen immer verstehen. Denn nur wer selbst solche Ängste oder Panikattacken erlebt oder erlebt hat, kann wirklich verstehen wie schlimm diese für den Betroffenen sind. Schämt euch nicht zu sagen was euch umtreibt. Denn: wer darüber spricht befreit den Kopf aus dem fahrenden Karussell und findet zudem nicht nur Mitbetroffene, sondern zudem auch oftmals positive Lösungsansätze, um endlich wieder angstfrei leben zu können.

Alle Tipps helfen tatsächlich bei so gut wie jeder aufkommenden Angst oder Panik. Habt ihr mit einem der Ratschläge das erste Mal die Angst oder Panik eingedämmt, werdet ihr viel selbstbewusster auf diese unnötigen Angstzustände reagieren. IHR seid diejenigen, die über euren Kopf und Körper bestimmen! Ein herrlich befreiendes Gefühl, zumal ihr euch wieder gänzlich neu und frei durch den Alltag bewegen könnt. Die daraufhin gemachten neuen Erfahrungen sind anschließend euer Lohn für den Mut sich nicht durch den eigenen Gedankenstrom im Leben behindern zu lassen!

 

 

 

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