Wenn essen, dann essen – Grundregel des Zen

Eine Grundregel des Zen beinhaltet „wenn essen, dann essen“. Was verbirgt sich hinter dieser Regel, was hat sie mit uns, unserer Gesundheit, Genuss und Achtsamkeit im Alltag grundsätzlich zu tun?

Die Grundregel „wenn essen, dann essen“ des Zens, lässt sich beliebig auf andere alltägliche Tätigkeiten erweitern. Kurz gesagt wenn wir reden, sollten wir nur reden, wenn wir gehen, dann nur gehen, wenn wir schreiben, dann nur schreiben, wenn wir putzen, dann nur putzen, wenn wir arbeiten, dann nur arbeiten…hier kann die Liste der „Wenn, dann…“ schier endlos eine Erweiterung finden. Allerdings: wie sieht im Allgemeinen unser Alltag aus?

Wir sehen fern, blättern in einer Zeitschrift, unterhalten uns mit dem Partner, den Freunden, den Kindern, den Eltern, werfen rasch einen Blick auf das Smartphone und so ganz nebenbei stopfen wir uns irgendetwas Essbares in den Mund. Alles zeitgleich und nebenbei. Auch im Beruf sieht es nicht viel anders aus, wie wir rasch am Beispiel einer Bürotätigkeit nachvollziehen können. Hier tippen wir etwas in den Laptop oder Computer, haben den Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt und telefonieren mit Hinz und Kunz, mit einer freien Hand sehen wir schnell auf dem Handy nach was es neues bei Facebook oder Instagramm gibt, essen einen Schokoriegel oder ein Sandwich so „ganz nebenbei“ und sind in Gedanken eigentlich schon wieder in der Zeit nach Feierabend. Ist das alles gesund? Achtsam? Produktiv? Ich bin der Meinung: nein, wirklich nicht.

Warum verhalten sich Menschen derart und welche Auswirkungen hat solch ein Verhalten, das bei vielen als die tolle Fähigkeit „Multi-Tasking“ gilt?

Unsere heutige Zeit ist schnelllebig geworden. Je mehr, umso besser. Am liebsten alles auf einmal und davon ganz viel. Nichts verpassen, jedem gerecht werden wollen, sich selber auch nicht vergessen. Wahllos greifen wir täglich ins Leben und merken nicht, dass wir uns viel mehr schaden als das es uns weiterbringt und uns gut tut. Achtsamkeit? Bewusstsein? Keine Spur. Die Folgen allerdings bringen dann die meisten Frauen und Männer zum Jammern: ich habe Rücken, ich habe Burn-out, Kopfschmerzen, Übelkeit, bin nur gestresst, nichts klappt richtig, ich komme im (Berufs-) Leben nicht voran…auch hier können wir eine Endlosliste erstellen. Dabei wäre es doch so einfach all dem zu entgehen, wenn wir uns an die Grundregel halten „jetzt und hier nur eine Tätigkeit“. Eines nach dem anderen. Bewusster leben. Achtsamer leben.

Einkaufen und Essen…sehen wir genauer hin, was uns die Lebensmittelindustrie in die Supermärkte bringt. Kaufen wir nicht wahllos, lassen wir manches liegen, konzentrieren wir uns lieber auf frische, natürliche Zutaten zum Kochen, Backen und Essen. Kochen und Backen wir mit dem Bewusstsein, dass wir nicht nur den Magen füllen, sondern auch dafür sorgen gesund zu bleiben oder zu werden, unsere Lieben bestens zu versorgen.

Bewegung und Sport…bewusst einplanen, nichts „dazwischen kommen lassen“, regelmäßig bewegen und sei es nur durch einen Spaziergang. Ohne Handy. Die Natur genießen, die Straßen entdecken, Menschen sehen und nicht nur blind durch die Gegend laufen. Und auch mal unserem Körper danken, dass er uns schützt und trägt, wo auch immer wir hingehen.

Beruf und Arbeiten…alles zu seiner Zeit, eines nach dem anderen. Schreiben, wenn schreiben. Telefonieren, wenn telefonieren. Mit den Kollegen sprechen, wenn sprechen. Die Frühstücks- oder Mittagspause bewusst erleben und nicht Tausend Dinge „so nebenbei“ erledigen.

Familie und Partnerschaft…wenn zuhören, dann zuhören. Wenn umarmen, dann umarmen. Und nicht nebenbei zum Smartphone oder der Fernbedienung greifen. Aufmerksamkeit bewusst nehmen und geben. Den Kindern bei den Hausaufgaben und den kleinen und großen Alltagsnöten helfen, ohne nebenbei zu bügeln, zu chatten, zu simsen, zu lesen…

Lesen, Entspannung, Weiterbildung…nicht nebenbei, sondern bewusst. Mit dem Buch in der Hand sollte das Radio oder der Fernseher ausbleiben. Keine Kopfhörer mit lauter Musik, nicht so nebenbei auch noch simsen oder telefonieren. Bewusste Zeit für diese Tätigkeiten einplanen, und sei es nur eine halbe Stunde am Tag. Aber dann ohne weitere „Multi-Tasking-Fähigkeiten“, die eigentlich nur aufzeigen, dass wir weder achtsam noch sorgsam mit uns und unserer Lebenszeit umgehen. Und manchmal hinterfragen „muss das jetzt gerade sein?!“

Ihr seht, es gibt vieles was wir positiv verändern können, wenn wir uns an die Grundregel des Zen orientieren. Wir gewinnen sehr viel durch solch eine veränderte Einstellung: weniger Stress, mehr Lebensfreude, mehr Erfolg, mehr Liebe, mehr Zeit für sinnvolle und schöne Dinge, mehr Spaß am Tun…ihr könnt diese Liste sicherlich selber noch weiter ergänzen.

Ich wünsche mir, dass ihr durch das Lesen (und nur mit dem gerade) dieses Beitrags einen Moment darüber nachdenkt. Ob etwas Wahres an meinen geschriebenen Worten und der Zen Grundregel ist. Und was ihr nun für euch verändern wollt…

 

 

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