Warum Abnehmen Ü40 immer schwieriger wird und wie es doch funktioniert

Je älter man wird, desto schwerer fällt es das Gewicht zu halten, geschweige ein angesammeltes körperliche Fettdepot relativ zügig wieder zu reduzieren. Warum Abnehmen ab 40 schwerer wird und wie eine gesunde Gewichtsreduzierung trotzdem funktioniert – ist nun das Thema dieses Beitrags.

Seid ihr nahe an der 40 oder gehört, so wie ich, bereits der Generation Ü40 an und konntet selbst schon feststellen, dass sich in eurem Körper etwas verändert, was ihr noch Jahre zuvor nicht für möglich gehalten hättet? Es ist keine Einbildung, so viel sei schon einmal vorab gesagt, denn die Veränderung, gerade und im Besonderen was Gewichtszunahmen und Gewichtsverlust ab einem Alter von etwa 40 Jahren anbelangt, ist sehr real.

Aus eigener Erfahrung, und von vielen weiteren Betroffenen (überwiegend Frauen, obwohl auch Männer nicht verschont bleiben), weiß ich, dass es sich sicherlich nicht um reine Einbildung handelt, wenn wir zunehmen, obwohl wir unsere Essgewohnheiten grundsätzlich nicht verändert haben. Besonders um die Körpermitte, sprich Taille und Bauch, sowie am Po, Schenkeln und oft auch an den Armen scheinen sich fast magisch Fettpolster anzusammeln, für die wir sehr häufig zunächst keine Erklärung finden. Es sei denn natürlich, dass wir unkontrolliert zum Essen, Bier, Alkohol an sich und ähnliches greifen, und das, indem wir den ganzen Tag auf dem Sofa oder im Bett gammeln.

Ein „Übeltäter“ für diesen körperlichen Zustand sind die Hormone. Bedingt durch den Weg der Wechseljahre (von denen auch Männer nicht verschont bleiben) reduzieren sich die Vorgänge der Fortpflanzung, was bedeutet, das unser Körper die dafür zuvor verwendete Energie nun nicht mehr benötigt. Der Stoffwechsel verlangsamt sich und wir benötigen generell erst einmal weniger Kalorien. Diese Prozesse sind recht schleichend, weshalb manchmal erst von heute auf morgen die Erkenntnis wach wird „ich nehme ja immer mehr zu, obwohl ich doch genau so viel esse wie immer“. Hinzu kommt, dass das Wachstumshormon Somatotropin, verantwortlich für den Muskelwachstum, ebenfalls absinkt. Bekanntlich verhilft jedoch jeder „starke, aufgebauter“ Muskel zu einem Mehr an Energieverbrennung. Übrigens selbst im Schlaf.

Folglich haben wir eine körperliche Kombination, gepaart mit einer erhöhten Kalorienaufnahme und sinkenden bestimmten Hormonspiegeln, die dazu führen, dass wir nicht nur immer dicker werden, sondern daraus folgend auch eine (rasche) Gewichtsabnahme regelrecht unterbunden wird.

Nun könnten wir sagen „es ist halt so“ oder „Schicksal, Hallelulja“ und einfach alles laufen lassen. Statt Kleidergröße 38 finden wir uns allerdings mit solch einer Einstellung über kurz oder lang in der Zeltabteilung des Modeshauses wieder. Geschweige von den zunehmenden Terminen beim Orthopäden, Kardiologen und weiteren ärztlichen Spezialisten. Keine schöne und motivierende Vorstellung. Doch was tun, sprach nicht nur Zeus, sondern das innere kleine Quentchen von „ich will das aber nicht!“?

Bewegung ins Leben bringen

Wir müssen ab sofort keinen Marathon laufen, um unsere Figur, und Gesundheit, in Schuss zu halten. Aber ohne Bewegung funktioniert ein Abnehmen oder Gewichthalten ab 40 nicht wirklich. Durch jede Art von Bewegung aktivieren wir nicht nur den Stoffwechsel aus seiner Sparflamme, sondern bauen nach zu nach Muskelmasse auf. Die, wie gerade kurz erklärt, sorgt für eine Verbrennung unnötiger Fettdepots. Unter anderem. Allerdings heißt das jetzt auch nicht täglich im Fitnessstudio Gewichte stemmen. Deutlich sinnvoller ist es zunächst aus der Sofastarre langsam in die Gänge zu kommen.

Jeder Schritt mehr im Alltag, wie bisher, verhilft schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg „ich will abnehmen oder zumindest nicht weiter zunehmen“. Treppen laufen statt den Lift nehmen, eine Station früher aus dem Bus steigen, eine Stunde mit dem Hund laufen gehen (solltet ihr keinen haben „leiht“ euch den vom Nachbarn oder besucht ein Tierheim und geht dort regelmäßig 1-2 x die Woche mit solch einem kleinen bedürftigen Wesen spazieren), mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sind prima Startmöglichkeiten für eine Veränderung.

Auch während der Erledigung der Hausarbeit könnt ihr zusätzliche Kalorien verbrennen. Beim Staubsaugen oder Kehren und Fenster putzen weitausholende Bewegungen, Bücken und Strecken aktivieren den Stoffwechsel. Gartenarbeit, Zäune streichen, den Hof kehren oder mit dem Hochdruckreiniger säubern…ich bin überzeugt davon, je nach dem wie ihr wohnt, fällt euch genügend ein wie ihr mehr Bewegung in den Alltag bringen könnt. Nehmt euch hierzu am besten ein Blatt und Stift in die Hand und schreibt alles auf was euch zum Thema „Zuhause und mehr Bewegung“ einfällt. Sehr hilfreich, kann ich euch sagen!

Zudem empfiehlt es sich eine (moderate) Sportart zu suchen, die euch wirklich viel Spaß macht. Schwimmen, Aqua Gymnastik, Kegeln, Tanzen gehen, Walken (am besten sucht ihr euch eine oder mehrere Verbündete, da bleibt ihr eher am Ball), Low-Impact Aerobic, Zumba…die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und die Ausrede „ich finde keine passende Sportart für mich“ gilt nicht!

Selbst scheinbar unerhebliche Bewegungen im Alltag unterstützen die Fettverbrennung: ihr steht in der Küche und schneidet Gemüse? Stellt euch nebenbei immer wieder auf die Zehenspitzen, senkt die Ferse nicht ganz zum Boden ab…wiederholt diese Bewegung. Aktiviert euren „inneren Lift“ im Unterleib (top auch als Prävention gegen eine Scheidensenkung): Den Po und Bauch anspannen, den inneren Lift in Richtung Brust ziehen, bis 10 zählen, den Lift nach unten lassen und entspannen. Mehrmals täglich wiederholen. Das geht auch im Büro, beim Warten an der Bushaltestelle und, und, und. Übrigens merkt das niemand in euerem Umfeld!

Ähnliche Tipps, wie ihr im Alltag mehr Fitness erhalten könnt, ohne ins Fitnessstudio zu rennen, gibt es dann in einem anderen Blog-Beitrag 🙂

Ernährungsumstellung ohne Verzicht

Der Verzehr von viel Brot (unabhängig der Mehlsorte) lässt den Körper regelrecht weich und schwammig werden. Deshalb ist es besser Brot, Brötchen und andere Backwaren zum persönlichen Luxus anzuheben und diese Dinge weniger, aber dann richtig genussvoll zu essen. Ich selbst (und auch mein Mann) haben zudem in den vergangenen Wochen die positive Erfahrung gemacht, dass der bewusste Verzicht auf Weizen- und Glutenhaltige Backwaren dem Zeiger der Waage nach unten verhilft, der Körper nicht mehr ausgeschwemmt ist, der Bauch flacher und flacher wird, die Verdauung deutlich besser funktioniert und weitere, positive Effekt von Körper und Geist zu verspüren sind. Ohne dem hässlichen Gefühl auf irgendetwas verzichten zu müssen.

Obst, Gemüse, Salate, Smoothies…hier könnt ihr nach Herzenslust zugreifen. Gänzlich auf Fett zu verzichten wäre verkehrt, denn unser Körper braucht Fett, um funktionieren zu können. Allerdings empfiehlt es sich auf gesunde Fette umzusteigen und auch diese bewusst zum Einsatz gelangen zu lassen. Übrigens: ein leckerer, frischzubereiteter Smoothie versorgt euch mit gesunden Kalorien, unterdrückt Fressattacken und Gelüste und kann zudem für eine schönere Haut, festere Nägel und Haare sorgen.

Leichte Suppen mit viel Gemüse, blutzuckerstabilisierende warme Gerichte, Hülsenfrüchte, helle Fleischsorten, Fisch, Milchprodukte, Eier…unterstützen eine ausgewogene Ernährung. Zusätzlich hilft es gerade beim Abnehmen Ü40, wenn ihr nicht nur ganz bewusst eure Ernährung umstellt, sondern auch je 1 Tag in der Woche vegan oder vegetarisch zu essen (falls ihr euch nicht sowieso schon vegan oder vegetarisch ernährt).

Eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme ist ein weiteres „Muss“. Mindestens 2-3 Liter, in Form von ungesüßtem Tee, speziell auch Brennnesseltee, Mineralwasser oder Apfelschorle unterstützen das Ausschwemmen von Schlacken, halten die körperlichen Funktionen gesund und aufrecht sowie „polstern“ die Haut von innen auf.

Der Seele Nahrung geben lässt Pfunde schmelzen

Wer dauerhaft Stress hat nimmt tatsächlich schneller zu bzw. erst gar nicht ab. Der Körper speichert dann lieber die Fettreserven, da er stets davon ausgeht, dass ein „Krieg“ ausbricht und er lieber seine Vorratshaltung aufrecht erhalten muss. Folglich solltet ihr euch nicht nur um euren äußeren Körper kümmern, sondern auch täglich dafür sorgen, dass eure Seele gesunde Nahrung bekommt.

Ob autogenes Trainig, Pilates, Yoga, Meditieren, Handarbeiten, Musik hören oder machen, Beschäftigung mit Tieren, Fotografieren, Lesen, Schreiben, Tanzen, in die Sauna oder zur Massage gehen, einen Verein gründen, eine langgewünschte Weiterbildung machen (geht auch wunderbar via Fernstudium)…es gibt Tausende Möglichkeiten, damit ihr euch gut und im Flow fühlt. Perfekt dazu gemacht Stress abzubauen oder diesen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Keine Zeit? Das ist eine Ausrede, denn wenn einem etwas wichtig ist wird man immer die Zeit dafür haben. Ergo: WIE wichtig seid ihr euch selbst?

Wer diese Tipps (eigens von mir erprobt und auch erfolgreich an andere weitergegeben) beherzigt, wird auch mit einem Alter von Ü40 körperlich, geistig und seelisch in Form bleiben. Auch wenn es schwieriger ist mit 40+ abzunehmen, es ist nicht unmöglich, wenn es mitunter auch etwas länger dauert als mit 20. Aber all die Vorteile sein Leben nicht nur gewichtsmäßig wieder aktiv in die Hand zu nehmen, sind ein Lohn für alle notwendigen Veränderungen, der mit keinem Geld der Welt aufgewogen werden kann. Also packen wir es an 🙂

 

 

3 Gedanken zu “Warum Abnehmen Ü40 immer schwieriger wird und wie es doch funktioniert

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