Glutenfreie Ernährung bedeutet auch Zurückhaltung bei glutenfreien fertigen Produkten

Heute habe ich einen kleinen Exkurs zum Thema Weizen in der Ernährung unternommen. Nun möchte ich kurz auf das Thema glutenfreie Nahrungsmittel, die industriell hergestellt sind, eingehen. Der Grund: es geht nicht nur um Gluten in Mehl und Co., sondern auch um den Blutzuckerspiegel und dessen Auf und Nieder beim Verzehr bestimmter Lebensmittel.

Weizen, und dessen Produkte, lässt den menschlichen Blutzuckerspiegel bereits kurz nach der Nahrungsaufnahme nach oben schnellen. Und genau so rasch auch wieder abfallen, weshalb, zum Beispiel, nach einem Besuch bei einer der Fast-Food-Ketten schon nach rund 2-3 Stunden eine Art Hungergefühl zu verspüren ist. Schuld daran ist unter anderem auch das sogenannte Amylopektin A, das zwar einerseits zu den komplexen Kohlenhydraten zählt, anderseits aber leider auch den Blutzucker stärker in die Höhe treibt als Zucker und Süßigkeiten.

Schon seit längerer Zeit haben Hersteller das Leid vieler Menschen entdeckt, die beispielsweise unter einer Glutenunverträglichkeit und deren Auswirkungen leiden. Findig wie die Lebensmittelindustrie nun mal ist, haben sie neue Nahrungsmittel entwickelt, die scheinbar genau auf solche gesundheitlichen Problemfälle abgestimmt sind. Zwar ist es richtig, dass glutenfreie fertige Lebensmittel den Genuss und die Lebensqualität steigern können, allerdings gibt es zumeist einen klitzekleinen Haken, der gerade auch für Menschen die abnehmen wollen, einen schlechten Tauschhandel darstellen kann.

So werden in solche Produkte zumeist anstatt Weizen Reisstärke, Kartoffelmehl, Maisstärke oder auch Tapiokastärke verwendet. Diese halten jedoch den körperlichen Glukose-Insulin-Kreislauf ziemlich im Gang, was gerade bei einer Gewichtsreduzierung den bekannten Schuss in den Ofen bedeuten kann.

Auch wenn solche fertige glutenfreie Produkte ein großer Fortschritt und auch Hilfe sein können, sollte man diese nicht als fixen Bestandteil in seine neue Ernährung einbauen. Einen kleinen Vorrat glutenfreier fertiger Produkte im Haus zu haben, ist in Ordnung, wobei diese hauptsächlich dann zum Einsatz gelangen sollten, wenn man wirklich keine Zeit hat um etwa selber Brot, Müsliriegel, Kekse, Kuchen und ähnliches zu backen bzw. glutenfrei zu kochen.

Grundsätzlich lohnt es sich gleich mehrfach so viel wie möglich eigenständig mit frischen Zutaten zu kochen und zu backen. Einerseits wegen dem oben genannten Grund, anderseits auch wegen der Kosten, denn leider sind gerade die fertigen Produkte ziemlich teuer (mit dem Leid der Menschen, z.B. Zöliakie-Patienten, wird eben immer Geld gemacht).

Außerdem birgt es einen weiteren Vorteil in sich mit frischen Zutaten Neues auszuprobieren oder entsprechende Rezepte heranzuziehen: wir werden uns bewusster was wir essen, wir beschäftigen uns intensiver mit den Themen Nahrungsmittel, Gesundheit und Gewicht, zudem stellt man schon nach einer kurzen Phase der Ernährungsumstellung fest, dass die verwendeten, möglichst ursprünglichen Lebensmittel intensiver riechen und schmecken. Was wiederum dazu führt, dass wir nach zu nach sogar weniger Zucker, Süßungsmittel oder Salz verwenden, die bekanntlich bei einem Zuviel ebenfalls unter anderem mit Hüftringen und Bauchspeck zu Buche schlagen.

Mit etwas Planung, Wille und Informationen sowie Tipps und Tricks in Sachen glutenfreier Ernährung erweist sich die Nahrungsumstellung als gar nicht so schwierig, zeitaufwändig und relativ kostengünstig (sich gesund und anders ernähren kann bei einem wahllosen Zugreifen bestimmter Nahrungsmittel sehr schnell sehr teuer werden). Wie das geht, erfahrt ihr dann in einem der nächsten Beiträge zu diesem Thema.

3 Gedanken zu “Glutenfreie Ernährung bedeutet auch Zurückhaltung bei glutenfreien fertigen Produkten

  1. Ich bin etwas irritiert und frage mich, ob bei dir Zölliakie diagnostiziert wurde. Bei mir nämlich schon. Eine glutenfreie Ernährung kann zu Mängelerscheinungen führen, bei Menschen, die kein Zölliakie haben.

    Ich frage mich wirklich, wie man auf gutes Vollkornbrot verzichten kann, wenn man es verträgt. Und wenn Mensch, der Zölliakie hat, müsste Mensch sogar gucken, dass es in keinem Medikament ist, in keiner Creme und Hygieneartikel, Zahnpasta…kennst du die Mehlsorten, auf die Mensch verzichten müsste?

    Ich versteh nicht, warum man bereit ist, soviel mehr Geld auszugeben, für Nahrungsmittel, die bei dir nichts bewirken. Ehrlich gesagt, macht mich das sprachlos….und irgendwie ärgert es mich.

    Ich war schon auf Vorträgen und oft wurde dort gesagt, dass “sich-glutenfrei-ernähren” zu einer Modeerscheinung geworden ist und somit die eigentliche Belastung, die ein Mensch mit Zölliakie trägt, als harmlos dargestellt wird.

    Weizenfrei ist etwas anderes, also frei von dem reinen Weizenmehl, das so gar nichts beinhaltet, was gesund sein könnte. Aber wie Mensch freiwillig auf Dinkelmehl verzichten kann, entzieht sich meinem Verständnis.

    Gesund ernähren ja, das ist klasse….aber dies, ehrlich gesagt, muss ich nicht verstehen.

    1. Guten Abend,
      nein, ich habe glücklicherweise keine Zöliakie, aber genügend eigene (und von anderen Frauen und Männern) Erfahrung damit gesammelt, sprich das eine weizenfreie-glutenfreie Ernährung auch und gerade bei „gesunden“ Menschen eine positive Wirkung zeigt…zum Thema selbst kann ich dir u.a. auch das Buch „Weizenwampe“ empfehlen. Aber mich würde interessieren wie du darauf kommst, dass eine Ernährung ohne Gluten schädlich sein soll?? Dann müsste der Umkehrschluss ja lauten „alle die Weizen/Gluten essen sind gesund bzw. gesünder“…schlussendlich muss ja jeder für sich selber entscheiden wie er sich ernähren will…abgesehen von dir und anderen Zöliakie-Erkrankten, da bleibt ja dann kaum eine Wahl. Mich interessieren nur Fakten und eigene Erkenntnisse und keine Modetrends etc. denn mein Mann hat sowohl eine Laktoseintoleranz als auch massive Schwierigkeiten hinsichtlich Gluten/Weizen, ohne konkrete Zöliakie-Diagnose. Bezüglich Weizen/Gluten gehabt, denn seit wir die Ernährung umgestellt haben geht es ihm so gut wie seit Jahrzehnten nicht. Von Mangel keine Spur. Bestätigt übrigens auch der Arzt, der sehr erstaunt ist und diese Ernährungsform befürwortet…Und Zöliakie ist eine massive Belastung, nichts zu verharmlos, zudem kaum unterstützt (geldtechnisch etc.)…weißt du was: ich biete dir an einen Gastbeitrag über dich und deine Zöliakie-Erkrankung bei mir im Blog zu veröffentlichen! Wenn du magst, gibt mir einfach Bescheid. Abschließend: ich betone ausdrücklich, dass JEDER der nicht zwingend wegen bestimmten Erkrankungen keine Wahl hat, selbst entscheiden muss wie er sich mit welcher Ernährung wohl fühlt! Liebe unbekannte Grüße

      1. Melde mich später irgendwann…der Mann einer Freundin verstarb heute.

        Aber nur soviel, ich habe Zölliakie und weiß dies, was ich schrieb von einem sehr guten Gastroenterologen aus München.

        Herzliche Grüße… Julie

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