Kapitalismus ist an Missbrauch nicht interessiert

Es freut mich ungemein, dass ihr wieder hier seid! Bis man Freunde wird, dauert das ja immer sehr lange, aber auf dem Weg gute Bekannte zu werden sind wir ja schon. Ist ja nicht das Schlechteste, denn nur so kann man offen miteinander reden und umgehen. Sagt mal, wie steht ihr eigentlich zum Thema Missbrauch hier in unserem Lande? Empört ihr euch darüber, wenn wieder ein Fall bekannt wird oder nehmt ihr das gelassen hin unter dem Motto „ist halt so und betrifft mich ja nicht“? Ich sag euch mal was, und das gewiss nicht unter dem Deckmantel der Vertraulichkeit, sondern offen und ehrlich: hier im Land stinkt es dermaßen bei diesem Thema, dass selbst die beste Gasmaske keinen Nutzen mehr zeigen kann!

Gleich mal eine Frage: habt ihr selber Kinder? Also, wie ihr vielleicht inzwischen wisst, ich schon. Und da ist man ja für das Thema Missbrauch gleich doppelt und dreifach sensibel, nicht wahr?! Also wenn ich mir da so die Zustände im Land betrachte (und ich bin immer dafür vor der eigenen deutschen Türe den Dreck zu entfernen), dann kommen einem doch so gewisse Fragestellungen in den Sinn, die es durchaus wert sind diskutiert und vor allem im stillen Kämmerlein, sowie in der Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden.

Wie kann es sein, dass eine Regierung, die bekanntlich ihre ach so dummen Schäfchen kompetent anführt, in Sachen Missbrauch von Kindern, Frauen oder jungen Männern bis 2013 eine Verjährung der Missbrauchstat zeitlich in vielen Fällen auf 3 bzw. 5 Jahren begrenzte? Täterschutz vor Opferschutz? Missbrauch lediglich ein Kavaliersdelikt? Alles nicht so schlimm? Wenn ihr mich fragt, steckt da viel mehr dahinter, als das was Ottonormal so sieht und vor allem erkennen kann. Angesichts der Tatsache, dass ein Bankräuber im Land eine längere Haftstrafe bekommt als ein Kinder- oder Frauenschänder, ist doch die Frage berechtigt, ob die Herren und Damen Abgeordneten nicht ein bestimmtes Interesse damit verbinden bzw. bis 2013 verbanden die berechtigten Forderungen aus dem Volk die Fristen zu verlängern mit reichlich fadenscheinigen Argumenten von sich wiesen. (Seit 2013 wurde die Frist für eine Schmerzensgeldforderung bezüglich Missbrauch auf 30 Jahre angehoben, sofern bestimmte vorherige Fristen nicht abgelaufen sind.)

Genau genommen scheint es die Obrigkeit relativ wenig zu interessieren, ob ein Kind missbraucht wird, da in diesen Kreisen deratige Themen weniger von Präsenz sind (es sei denn ein Politker selbst steht unter Verdacht), als es bei den unteren Schichten der Fall ist. Interessant ist es zudem in diesem Zusammenhang, weshalb bei einer Steuerhinterziehung, oder ähnlichen die Finanzen betreffenden Delikte, je nach Umstand, rigoros vorgegangen wird. Muss ich extra erwähnen, dass die Verjährungsfristen schon von jeher deutlich höher angesetzt sind bzw. waren als bei einem Kindesmissbrauch nach ziviler Rechtssprechung!? Es muss nicht die Todesstrafe für Sexualtäter sein, denn da gibt es weitaus sinnvollere Möglichkeiten Triebtäter genau so lange wie ihre Opfer leiden zu lassen. Die gesetzliche Handhabe eines Erlasses für drastische und folglich einschneidende Maßnahmen, die einen Täter für sehr, sehr lange Zeit aus dem sozialen Gefüge herausnehmen und bei Wiederholungstätern mitunter auch eine Kastration als Höchststrafe ermöglicht, könnte für eine deutlich intensivere Abschreckung sorgen. Wie ist da eure Meinung zum Thema?

Mal ehrlich, inzwischen ist doch nachgewiesen, dass Sexualtäter bei guter Führung und reuevoller Einsticht entweder nur eine Bewährungsstrafe erhalten oder lediglich mitsamt einer Therapie, die eh nur selten was bringt, ein bis drei Jahre hinter Gitter sitzen. Aber was dann? Sie werden entlassen, als geheilt wohl bemerkt, und machen einfach ihr horrormäßiges Treiben weiter. Ob der Nachbar, der Onkel oder irgendein Mann innerhalb der Stadt – ein weiterer Opferschutz ist doch absolut nicht gegeben. Warum nicht? Könnte es vielleicht daran liegen, dass ein Mensch, und sei es auf Dauer „nur“ eine zerstörte Psyche, weniger wert ist als der Verlust von Geld und somit Kapital, folglich beispielsweise Steuerhinterzieher (allerdings unterschiedlich, weil mal prominent, mal ein kleines Licht) oder Bankräuber hartnäckiger verfolgt und rigoros gesetzlich bestraft werden? Und letztere aufgrund ihrer „geistigen Gesundheit“ gleichzeitig auch noch weniger Umsatz- und Einnahmeträchtig im Bezug der Rechtsprechung, der ausgesprochenen Strafen sowie der damit verbundenen Maßnahmen sind, aber auf der anderen Seite der Medaille Kapital „angreifen“?

Fakt: immerhin verdienen an Sexualstraftätern nicht nur Ärzte, Psychiater und Gutachter, sondern auch Anwälte, Staatsanwälte, Richter, Justizpersonal, Kliniken, Praxen, die Pharmaindustrie und, und, und. Damit verbunden sind unter anderem Arbeitspätze oder auch Steuereinnahmen. Bankräuber erhalten allenfalls bei einer nachweislichen geistigen Umnachtung besondere therapeutische Betreuung. Warum also sollte eine Regierung ein Interesse daran haben wehrlose Kinder, Jugendliche und Frauen vor solchen körperlichen und seelischen massiven Übergriffe mit richtig abschreckenden Maßnahmen zu schützen, die es bislang nicht gibt und somit Triebtäter für Jahrzehnte außer Gefecht zu setzen? Oder wiederholte Gerichtsverhandlungen, Gutachterbefunde, Therapien und das ganze Prozedere bei Wiederholungstätern, dadurch eingrenzen, dass das Strafmaß einfach extrem hoch liegt? Anmerkung: zumal real betrachtet die wenigsten Täter einen einmaligen „Ausrutscher“ als Sexualstraftäter zu verzeichnen haben. Könnt ihr eine plausible Antwort auf diese Fragen geben? Ich nicht.

Und wie können wir nun unsere Kinder und Frauen in Eigenregie schützen, wenn die Regierung und somit die Rechtssprechung nicht dazu fähig ist? Selbstjustiz? Eigentlich auch keine Lösung, da es sich um ein landesweites und sehr tiefgehendes gesellschaftliches Problem handelt, das aufgrund neuer Ereignisse sicherlich noch ein sehr intensives Thema im Land sein wird. Wisst ihr was ich glaube? Nur wenn wir alle uns gegen derartige lasche Gesetze stemmen, die Augen für die Zustände in der direkten Nachbarschaft offenhalten und den Mut im eigenen Hintern haben dagegen anzugehen statt wegzusehen, ja, dann, und wirklich erst dann, werden keine Babys mehr misshandelt, keine Kleinkinder für das Leben geschändet und keine Frauen mehr zu sexuellen Handlungen genötigt, die ihr Leben ebenso wie das der unschuldigen Kinder im Land für immer und ewig zerstört.

Sagt mal, was tut ihr dagegen? Seid ihr immer noch der Meinung „ist halt so und betrifft mich ja nicht“? Auch wenn vieles unter dem Mantel von „alles ist menschlich“ zugedeckt werden könnte: Hier hört es definitiv auf, denn mit menschlich hat das alles nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Macht die Augen auf! Helft in jeglicher Form mit, dass diese tiefen körperlichen und seelischen Missbräuche exzessiv eingedämmt werden können und vor allem auch von Seiten der Regierung, der all so viele Menschen immer noch zu gerne blind und dumm folgen. Denn eines solltet ihr bei diesem täglich allgegenwärtigen Thema niemals vergessen: es könnte euch schon heute ebenso direkt betreffen wie auch eure Kinder…und was dann, wenn andere wegsehen und euch nicht helfen?

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