Claudia – von Glück und Ungleichgewicht

Aber weißt du, was wirklich nicht so prickelnd ist? Dass ich nun mit dieser Selbstständigkeit keine Lust mehr auf eine feste Anstellung und somit dem Kleinmachen und Danke sagen für einen Lohn habe, der sowieso nie dem gerecht wird, was man bereit ist zu leisten und zu geben. Vielleicht hast du da andere, bessere Erfahrungen gemacht als ich, zumindest wünsche ich dir das, aber ich selbst hatte immer das „Glück“ viel mehr zu geben als zurückzuerhalten und irgendwann muss ja auch mal mit diesem Ungleichgewicht Schluss sein. Heute arbeite ich zwar viel und die Stunden des Schreibens und somit Arbeitens habe ich aufgehört zu zählen, aber ich fühle mich befreiter und ich kann zumindest nach meinem Gusto den Tag planen, erleben und mit meinen Kindern verbringen oder auch mit Pflichten, die eben jeder so im Leben hat. Manche bewundern mich für diese Denk- und Handlungsweise, aber ich sehe es als eine natürliche Entwicklung vieler Ereignisse an, die ich erleben musste. Alles prägt uns, auch wenn wir es mitunter nicht gleich und sofort bemerken, aber mit der Zeit stellt sich dann das eine oder andere heraus, das einen eben formt, weiterbringt und auch den Rückweg versperrt. Viele haben Angst davor, das weiß ich aus zahlreichen Gesprächen und Rückmeldungen meiner Leser, aber haben sie erst einmal erkannt wie befreiend es ist wirklich erwachsen geworden zu sein, dann wollen und können sie nicht mehr auf bestimmte Details im Leben verzichten. Gut so, sage ich nur und sich dann auf die Hinterbeine zu stellen ist noch besser!

Selten begegne ich den Menschen mit denen ich die letzten Jahre in einem engen Kontakt verbracht habe, beruflich wie privat, und ich muss sagen, ich vermisse keinen davon. Auch Emanuel berührt mich innerlich kaum mehr, denn ich habe gelernt, dass nur ich selbst mich glücklich machen kann und vor allem auch, dass ich mich nicht mehr für andere verbiegen will. Emanuel sieht inzwischen nicht sonderlich glücklich aus. Als frischgebackener Vater strahlt er keine Zufriedenheit aus, sondern eher großen Frust. Bei einem unserer letzten, der wenigen, Gespräche meinte er kürzlich zu mir, dass es ihm leid tun würde, dass er mich so hintergangen und auch verlassen hat. Wäre das Kind nicht, es ist übrigens ein kleines Mädchen namens Celine, dann würde er doch zu gerne zu mir und den Kindern zurückkommen. Was soll ich dir sagen? Mehr als ein mitleidiges Lächeln und die Antwort, dass ich ihn nicht einmal mehr geschenkt haben wollte, bekam er von mir nicht zu sehen oder zu hören. Seitdem ist der Kontakt gänzlich abgebrochen, aber wie gesagt, ich vermisse ihn nicht. Nicht mehr.

Einen anderen Mann habe ich aktuell nicht im Fokus, zumindest nicht für eine Beziehung. Warum auch? Soll ich mir wieder einen Partner ins Haus holen, der überwiegend an seinen Bedürfnissen interessiert ist und sich vielleicht nach einiger Zeit wieder für eine andere entscheidet, weil ich ihm zu unbequem geworden bin? Nein, allein wegen Dennis und Tamara brauche ich sowas momentan nicht und ich denke auch zukünftig werde ich sehr gut abwägen, ob ich meine Freiheiten als Frau wieder aufgeben will, nur weil mir einer ins Ohr säuselt wie toll er mich doch findet und wie sehr er mich liebt. Gebranntes Kind oder so. Wie ist das bei dir? Hast du nach einer Beziehung auch erst einmal pausiert oder bist du gleich von einer Partnerschaft in die andere gefallen? Würdest du heute etwas anders machen bzw. anders entscheiden?

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