Claudia: Frauenfallen – was sind das? Teil 3

Unter dem Strich betrachtet fällt somit eine Frau in die Abhängigkeit ihres Partners oder auch einer staatlichen Institution und das nicht selten für viele Jahre ihres Lebens. Hier setzt wiederum die Harmonie- und Mutterfalle ein, denn erstens legen sich die wenigsten Frauen mit ihrem Partner bezüglich eines Zuhause-Bleibens und einer anhaltenden Berufstätigkeit an und zweitens schlägt normalerweise das Mutterherz höher als die finanzielle Freiheit. Solange alle Beteiligten sich gut fühlen, ist an solch einer Konstellation nichts auszusetzen, allerdings zeigt die Realität, dass dem über kurz oder lang ein Ende bereitet wird und sei es nur weil sich finanzielle Streitereien in der Beziehung aufzeigen oder eine Trennung zwischen den Partnern vollzogen wird. Oft genug sind dann viele Jahre der Abhängigkeit vergangen und ein gänzlicher Neustart wird zu einem reinsten Dilemma für die Frau und Mutter, zumal die heutigen Scheidungsgesetze nicht zwingend notwendig im Sinne einer Geschiedenen entscheiden, was bedeutet, dass die einstigen „schonenden“ ersten zwölf Kinderjahre kaum mehr so vorhanden sind. Selbst die Ämter, wie das Arbeitsamt oder das Job-Center, sehen es heute als normal an, dass eine Mutter selbst mit einem dreijährigen Kind Vollzeit arbeiten gehen kann. Weigert sie sich, weil sie ihr Kind oder ihre Kinder nicht ständig fremdbetreuen lassen will, dann hagelt es Sanktionen, zum Beispiel in Form einer finanziellen Sperre, die wiederum kaum eine Alleinerziehende in Kauf nehmen will, es sei denn sie füttert ihre Kinder mit Luft und Liebe. Dass das Dach über dem Kopf dann gefährdet ist, ist eine andere Herausforderung, die nicht selten genug in einer mütterlichen Kapitulation endet, die da heißt, Ganztagskindergarten und Ganztagsschule in Anspruch zu nehmen, um für wenig Geld den Vielfach-Stress des Alltags zu erleiden. Sofern sie einen der begehrten Kita-Plätze überhaupt erhält.

Die emotionale Falle ist eine der schwersten Fallen, in denen sich eine Frau befinden kann. Nicht selten beginnt diese schon im Kindesalter, denn ein kleines Mädchen wird zumeist versuchen allen und jedem zu gefallen, und nicht zuletzt den männlichen Personen in ihrem Leben. Fühlt sich ein Vater, ein älterer Bruder oder Lehrer in ihrer Gegenwart schlecht, wird das Mädchen oder spätere junge Frau sich als Schuldige betrachten und den sich schlecht Fühlenden umgarnen, ja, gar regelrecht kuschen, um wieder gut Wetter zu machen. Interessanterweise wird solch ein weibliches Vorgehen auch dann praktiziert, wenn sie grundsätzlich nichts mit den negativen Gefühlen ihres Gegenübers zu tun hat. Evolutionär bedingt? Ein anhaltender, über Generationen weitergegeber Faux pas in der Erziehung? Vermutlich wissen nicht einmal die Forscher und Soziologen eine konkrete Antwort dieser, einer Frau beständig in Schuldgefühle eintauchenden Fragen.

Fakt ist, dass nur selten diese emotionale Abhängigkeit mit permanenten Schuldgefühlen belastenden Situationen einhergehenden Lebensläufen, ein Ende finden. Schicksal, Halleluja, um es einmal sarkastisch auszudrücken. Nicht selten zerbricht eine Frau im Laufe ihres Lebens an dieser Frauenfalle. Sich freikämpfen fällt schwer und selbst der Zuspruch der taffen und unabhängigen Freundin bewirkt nur selten eine konkrete Änderung in dem weiblichen Verhalten. Sich als Betroffene zu erhoffen, dass ein gegenüber sie aus dem Dilemma herausholen wird, zeigt sich nicht selten als Hoffnung, die im Alltag des Lebens zerbricht. Mitunter hilft eine Therapie bei einem verständnisvollen und fachlich kompetenten Therapeuten etwas aus dieser Frauenfalle heraus, doch auch das ist keine Garantie, denn wir Frauen scheinen geradezu prädistiniert zu sein, um ein Leben in verschiedenen Anhängigkeiten zu leben. Vielleicht hilft in solch einem Fall mein vorliegendes Buch etwas weiter, und sei es nur, um sich selbst einzugestehen, dass man in einer Abhängigkeit steckt, die unglücklich macht und danach schreit verändert zu werden.

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