Claudia 4. Kapitel – jetzt ist alles aus

Kurz nach dem Vorfall klopfte es damals erneut an der Tür und Frau Nehard kam rein. An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich schon erkennen, dass sie keine guten Neuigkeiten für mich hatte und prompt meinte sie mit stockender Stimme, dass Herr Kohlhussel mir ausrichten ließ, dass ich umgehend mein Büro ebenso zu verlassen hätte wie auch das Firmengelände. Den Schlüssel für den Firmenwagen solle sie sofort an sich nehmen und ihm dann übergeben. Ich hatte ja geahnt, dass Negatives geschehen würde, aber so schnell und mit solch einer Wucht hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Der Kohlhussel war folglich mit allen Wassern gewaschen und in seiner Sexgier war es ihm wohl vollkommen egal, dass ich mir in all den Jahren nichts hatte zuschulden kommen lassen und ich zudem auch noch minderjährige Kinder zu versorgen hatte. Da mir kaum etwas anderes übrig blieb als erst einmal meine wenigen Habseligkeiten aus dem Büro einzupacken, den Schlüssel in Frau Nehards zittrige Hände zu legen und mir ein Taxi zu rufen, tat ich all das ohne ausgenscheinliche verzweifelte Regungen zu zeigen. Du musst wissen, in dem Moment war ich mir hundertprotzentig sicher, dass es nicht lange dauern würde und ich wäre wieder an meinem Arbeitsplatz. Pustekuchen, sag ich nur, denn diese Bazille von Kohlhussel hat es geschafft mir mein relativ geordnetes und glückliches Leben so gut wie kaputt zu machen.

Nachdem ich daheim angekommen war, die Kinder waren ja noch außer Haus, rief ich als erstes meinen Rechtsanwalt an. Glückerlicherweise erreichte ich ihn auch direkt und er beruhigte mich, ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen, denn der Kohlhussel würde damit nicht durchkommen. Außerdem hätte ich ja noch keine offizielle Kündigung, so dass es durchaus wahrscheinlich wäre, dass ich schon ein oder zwei Tage später wieder arbeiten könnte. Leider hatte der gute Mann keine Ahnung wie hinterhältig der Chef war, denn am nächsten Tag bekam ich ein Einschreiben von ihm, dass ich fristlos gekündigt sei. Schock! Der machte echt ernst und da konnte mir auch das neuerliche Telefonat mit dem Anwalt nicht die Angst und Sorge nehmen. Dieser reichte umgehend eine Klageschrift beim Arbeitsgericht ein, denn nun hieß es keine Zeit zu verlieren. In der Kündigung selbst stand, dass ich des Diebstahls ebenso bezichtigt wurde als auch des „Krankfeierns“ und schwerem Vertrauensbruch gegenüber dem Unternehmen und des unmittelbaren Vorgesetzten. Frechheit und glaub mir, davon stimmte nicht ein einziger Vorwurf! Doch der Bigboss wusste was er mir antat, denn ein Anruf beim Arbeitsamt nahm mir gleich nochmal jegliche Hoffnung, dass ich aus diesem Alptraum schnell wieder aufwachen würde. Aufgrund der Vorwürfe meines nun mehr Ex-Arbeitgebers, hätte ich meine Arbeitssstelle selbstverschuldet verloren, was bedeuten würde, dass ich mindestens drei Monate mit einer finanziellen Sperre zu rechnen hätte und zudem müsse erst einmal der Termin mit dem Arbeitsgericht stattgefunden haben. Das dieser erst drei Wochen später angesetzt war, ich meine Miete, andere Fixkosten und meine Kinder zu versorgen hatte, interessierte niemanden.

Da stand ich nun ohne Job, ohne feste Einnahmen und auch ohne Lebenspartner. Damals dachte ich noch, wie gut es war in all den vergangenen zwei Jahren jeden Monat Geld auf das Sparbuch gelegt zu haben. Ob ich instinktiv geahnt hatte, dass ich einmal mehr als froh über dieses finanzielle Polster sein sollte!? Hast du solch ein finanzielles Polster für dich angelegt? Und wenn nicht, warum nicht? Glaubst du, du würdest es für solche Notzeiten nicht benötigen, weil dir nie eine derartige Situation gegenübertreten würde? Glaube mir, es ist mehr als wichtig, dass du dich um dieses Thema kümmerst, denn wie heißt es so schön „Sag niemals nie!“. Und: verwahre die Bankkarte oder dein Sparbuch absolut sicher, denn ich war so dumm und leichtgläubig genau das nicht zutun und du wirst gleich erfahren können, welcher Horrortrip dadurch für mich und die Kinder entstanden ist.

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