Claudia Teil 16: Knapp entkommen

Seine Hand wanderte unaufhörlich weiter und war schon extrem nah an meinem Slip herangekommen. In mir tobte der Kampf zwischen einfach stillhalten, weil ich meinen Job nicht verlieren wollte, und ihm dermaßen eine in das Gesicht klatschen, dass ihm Hören und Sehen verging. In diesem Gedankenwirrwarr, begann er neben mir kurz aufzustöhnen und meinte dann, wenn ich meinen Job behalten will, dann sollte ich morgen zu ihm ins Büro kommen und einfach das tun, was die Natur für Mann und Frau vorgesehen hat. Bei seinen letzten Worten nahm er abrupt die Hand unter meinem Rock hervor, stand schwerfällig auf und wischte sich mit dem Ärmel seines Hemdes über das feuchte Gesicht. Ich stand so schnell auf, dass ich fast über meine eigenen Beine gestolpert wäre, schnappte meine Unterlagen und rannte aus seinem Büro. Wie der Teufel so wollte, lief ich geradewegs an drei Kollegen vorbei, die mich zuerst erstaunt ansahen, dann aber in Gelächter ausbrachen. Doch das war mir sowas von egal und ich ging so rasch ich konnte auf die Toilette, wusch mir mit eiskaltem Wasser das Gesicht und die Hände, holte tief Luft und ging dann direkt in mein Büro. Du kannst dir denken, dass ich nicht mehr weiterarbeiten konnte und das, obwohl ich wirklich ein Profi in meinem Job bin, der sich kaum etwas anmerken lässt, wenn es ihm schlecht ging. Aber an dem Freitag war an arbeiten nicht mehr zu denken, also packte ich meine Tasche und ging auf geradem Wege nach Hause.

Auf der ganzen Fahrt ging mir die Szene in Kohlhussels Büro immer wieder durch den Kopf und ich fragte mich, was verdammt ich tun sollte. Eines war in dem Moment für mich jedoch schon klar: ich würde sicherlich nicht am nächsten Tag in sein Büro stapfen und mich von ihm nach Lust und Laune betatschen oder sonst was lassen! Als ich heim kam, ging ich zuerst unter die Dusche, um mir dieses widerliche Gefühl von Hohlhussels Händen vom Körper zu waschen. Wirklich geholfen hat es mir damals zwar nicht, aber zumindest fühlte ich mich danach einen Tick besser und bereit den Kampf aufzunehmen gegen den Bigboss, der wohl dachte, er hätte mich absolut in der Hand. Ich versuchte Emanuel zu erreichen, aber er nahm weder im Büro noch auf seinem Handy ab und so verbrachte ich erst einmal die Zeit mit etwas Hausarbeit und Nachdenken, was ich nun als nächstens tun sollte, um dieser verfahrenen und belastenden Situation ein Ende zu bereiten. Was hättest du eigentlich als erstes getan? Weißt du, eigentlich wäre mir mein Job sowas von egal gewesen, aber angesichts der Tatsache, dass alle Kosten des privaten Lebens auf mich liefen und ich zudem noch zwei Kinder hatte, deren biologischer Vater nur unregelmäßig Unterhalt zahlte, wollte ich nicht einfach so kampflos aufgeben.

 

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