Claudia Teil 9 -neue Attacke von Kohlhussel

Okay, ich geb es ja zu, außer dem Kaffee fröne ich noch dem Laster des Rauchens und sag jetzt ja nicht, dass das ungesund ist, das ist mir nämlich so breit wie lang. Außerdem macht so eine Zigarette zwischendurch den Kopf frei, was angesichts der Mitarbeiterpflege, Kontrolle der Zahlen und desolaten Inventurlisten immer wieder nötig ist. Wie dem auch sei, also an dem Tag stand ich gerade an der Kaffeemaschine und ging in Gedanken den Tagesplan durch, als ich hörte, dass irgendjemand die Küche betrat. Weil ich just in dem Moment meinen Cappuccino unter der Milchdüse der Maschine entnahm, drehte ich mich nicht um, was mir echt zum Verhängnis wurde. Also nicht der Kaffee, sondern meine Naivität des Nichtumdrehens. Urplötzlich spürte ich eine große Hand auf meinem Hintern, der ausgerechnet an dem Tag nicht in einer Hose steckte, sondern in einem Kostümrock. Schlagartig drehte ich mich, um zu sehen, wer derart dreist war. Naja, ich hatte schon beim Umdrehen eine Vermutung, die sich dann doch tatsächlich mit einem feuchten, roten Gesicht und dem Mief von Schweiß prompt als wahr herausstellte: Kohlhussel! Dieses widerliche Schwein grinste mich an und wünschte mir, seine Fettmassen breitbeinig im Gleichgewicht haltend, „einen schönen guten Morgen, meine Schnecke“. Echt, der hatte doch nicht mehr alle Tassen im Schrank und ehrlich gesagt hätte ich ihm am liebsten gleich und sofort zwischen die Beine getreten. Da er der oberste Chef war, zwang ich mich allerdings genau das nicht zu tun und zischte ihm nur ein „Finger weg und ich bin nicht Ihr Schneckchen!“ entgegen. Weißt du, was dieses perverse Aas sagte? „Sie haben wohl am Wochenende zu wenig gevögelt, dass Sie heute so unfreundlich sind!“, drehte sich schleimig grinsend um und ging mit einem Pfeifen in die Richtung seines Büros.

Sag mal, hast du jemals so etwas Ähnliches erlebt? Falls ja, wie hast du reagiert oder solltest du das Glück gehabt haben, nicht in solch eine Situation zu kommen, was meinst du wie du wohl darauf reagieren würdest? Ich war in dieser Situation echt mal überfordert, denn normalerweise hätte sich das kein Typ getraut. Vielleicht kannst du dich inzwischen wieder an unsere erste Begegnung erinnern. Damals hatte ich mich nach der Trennung von Marc auch  nach zu nach von meinem Babyspeck getrennt und mich so ganz nebenbei als Aerobic-Trainerin ausbilden lassen, dann nach wenigen Monaten auch als Trainerin recht erfolgreich Kurse gegeben. Mache ich heute auch noch, folglich bin ich körperlich topfit und so schnell jagt mir ein Mann keine Angst ein. Auch der Kohlhussel machte mir als Mann keine Angst, denn das schwabbelige alte Etwas war für mich kein Mann, sondern ein Neutrum. Aber ihm einfach so eine reinhauen konnte ich ja auch nicht, es ging doch um meinen Job! Du kannst das verstehen, nicht wahr? Du schüttelst den Kopf? Also verstehst du mich doch nicht richtig? Dann liegt es bestimmt daran, dass du glücklicherweise diese Frauenfalle noch nicht kennenlernen musstest! Sei froh, ist echt nicht lustig. Wäre der Kohlhussel wenigstens in meinem Alter oder jünger, dann wäre alles nicht so tragisch, immerhin könnte ich mir dann einen Flirt vorstellen, aber mehr eben ja auch nicht. Oh Mann, wie kompliziert! Aber lass uns weitermachen, ich weiß ja nicht wie viel Zeit du heute noch hast. Also, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Kohlhussel und sein sagenhafter Abgang.

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