Claudia, Teil 7 – die Zurückweisung

Auf jeden Fall hatte ich damals irgendwann keine Lust mehr nur die Beine breitzumachen, weil Marc gerade mal Lust hatte, zumal nur am Anfang unserer Beziehung ein gewisses Maß an sexueller Experimentierfreudigkeit vorhanden war. Mit der Zeit passierte da nicht mehr viel und ich wusste erst viel zu spät warum sich eigentlich dieser Part unserer Beziehung so desolat aufzeigte. Relativ schnell hatte Marc drei Freundinnen neben mir und war da folglich gut ausgelastet. Kannst du dir vorstellen, eine davon war meine eigene Frauenärztin! (siehe Claudia oder Wege aus der Frauenfalle) Unglaublich, wenn ich so zurückblicke. Deren Blick von damals, als ich von Marc schwanger war, konnte ich mit dem späteren Wissen erst richtig verstehen. Schlampe, sag ich nur, immerhin gibt es Millionen Männer auf der Welt die Single sind, warum also einen verheirateten Familienvater!? Na, egal, die zwei sind ja eh nicht glücklich geworden, wundert mich ja auch nicht bei dem Trieb und der verlogenen Art des Herrn. Irgendwann kam ich ja auf den Trichter was da gewaltig schief hing und ließ mich scheiden. Aus heutiger Sicht eine meiner besten Entscheidungen.

Mit Emanuel ist das ja komplett anders. Er ist sehr liebevoll und einfühlsam, hält sich so lange zurück und langweilig es mit ihm auch nie. Oder sollte ich besser sagen war?

Nun gut, jetzt bin ich doch etwas von meiner Erzählung abgeschweift, aber du weißt ja wie das ist. Da beginnen wir Frauen was zu erzählen und plötzlich fallen uns tausend andere Dinge ein, die irgendwie mit einem Ereignis zusammenhängen. Ich hoffe ich langweile dich nicht? Willst du noch was trinken?

Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach, ja, meine abendlichen Vorbereitungen des Badens und dem Prozedere der Schönheitspflege. Nachdem ich mit allem fertig war, was uns Frauen ja gepflegt erscheinen lässt, zog ich das durchsichtige Negligè an. Auf den Tanga hab ich absichtlich verzichtet, der behindert ja zur nächtlichen Stunde nur unnötig. Derart vorbereitet und voller Vorfreude auf die nächtlichen erotischen Spielereien (mal ohne Angst, dass eines der Kinder mitten in der Nacht aufwacht und plötzlich im Schlafzimmer auftaucht), ging ich zu Emanuel ins Wohnzimmer. Er zappte sich immer noch durchs Fernsehprogramm, sah kurz zu mir auf und stierte danach weiter angestrengt in die Flimmerkiste. Kannst du nachempfinden, was mir in dem Moment durch den Kopf ging? Hätte jemand einen Eimer voll mit eiskaltem Wasser über meinem Kopf ausgeschüttet, hätte ich mich wohl kaum anders gefühlt. Als er auf meine Nachfrage „kommst du mit ins Bett“ mit einem „geh du schon mal, ich komme dann nach“ antwortete, hatte ich einen richtig fetten Kloß im Hals, geschweige von dem dicken großen Stein in meinem Magen.

So kannte ich Emanuel nicht! Wenn er mich sonst in dem Outfit gesehen hatte, war ihm alles andere echt egal und er bekam so einen lüsternen Blick, der mir durch und durch ging, vor allem weil ich genau wusste, dass er extrem viel Lust auf mich und meinen Körper hatte. Diese Reaktion mit akutem Desinteresse passte gar nicht zu ihm, folglich wusste ich in der Situation erst mal nicht wie ich mit dem unausgesprochenen Nein umgehen sollte. Das Gedankenkarussell begann sich dann auch im selben Moment in unaufhörlichen selbstquälerischen Runden zu drehen. Hast du sowas auch schon mal erlebt? Und dann auch gleich den Grund bei dir gesucht? Wieder so eine Frauenfalle…und meine zweite schlaflose Nacht begann.

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