Vom Stolz einer Mutter und erste Schritte ins Arbeitsleben

Ich bin Mama. Und das schon seit 1986. Ganz schön lange, aber bis heute habe ich meine Entscheidung Kinder-ja oder nein nie bereut. Drei meiner einstigen Zwerge sind schon groß. Also so richtig groß, teilweise mit eigener kleinen Familie. Naja, fast, was bedeutet ich bin noch keine Oma *grins*

Während eben die drei ältesten Kinder mich nicht mehr ganz so dolle brauchen gibt es da noch meinen jüngsten Sohn. Erst vor wenigen Monaten wurde dieser 13 und besucht die 8. Klasse. Mit zu diesem Schuljahr gehören insgesamt drei Praktika. Berufsfindung. Schnuppern ins Arbeitsleben. Irgendwie früh in dem Alter, aber so ganz  verkehrt finde ich diesen Zeitpunkt auch nicht.

Diese Woche war es dann bei Junior so weit. Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht erwachsen macht er sein erstes Praktikum bei der Firma Meitz & Müller in Singen-Hausen. Ein kleiner Betrieb, der sich auf Heizung, Sanitär und Solaranlagen spezialisiert hat. Obwohl die Inhaber gute Bekannte von uns sind liegt auch bei ihnen der Fokus auf dem Geschäftlichen und somit auf ein korrektes Arbeiten, Pünktlichkeit und Interesse am Tun.

Arbeitsbeginn um 7.30 Uhr, Arbeitsende für Junior täglich gegen 15 Uhr. Für einen Schüler, der zum ersten Mal in seinem Leben im Berufsleben seinen Mann stehen muss, eine Herausforderung. Schwer tragen, konzentiert bei der Sache sein, Mitdenken, knien, stehen…all das gehört zum Beruf des Installateurs dazu. Und ich bin stolz. Stolz wie Junior diesen neuen Alltag gemeistert hat.

Bereits nach dem ersten Tag kam er zwar müde, aber strahlend nach Hause. Er durfte schon richtig mithelfen, die Chefs haben ihm das Gefühl vermittelt gebraucht zu werden und sparten wohl auch nicht mit Lob. Ein Lob, das ich nach Tag 2 aus dem Munde der Firmeninhaber persönlich hören durfte. Er stelle sich super an, wäre sehr aufgeweckt, hat Kraft wie ein Bär und macht seine Sache wirklich gut. Besonders stolz hat mich hierbei folgender Satz gemacht „wenn es zeitlich soweit ist und er eine Lehrstelle braucht kann er jederzeit bei uns anfangen“. Wow.

Ehrlich gesagt ich weiß ja das meine Junge anpacken kann. Auch wenn er gerne auf dem Bett liegt und sich mit seiner PS4 beschäftigt. Typisch Jugendlicher eben. Habe ich ja schon dreifach hinter mir und gehe mit dem Thema entsprechend „gechillt“ um. Wichtig ist für mich nur, dass in einer Zeit in der mehr als genug junge Leute weder Respekt noch eigene Ziele haben, meine Kinder nicht mit diesem Strom schwimmen. Obwohl ich selbst alles nur nicht „normal“ bin gelten bestimmte Werte in unserer Familie: Anstand, Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen, Mithilfe und das man auch und besonders als Kind oder junger Erwachsener nie vergisst woher man kommt und das nichts auf der Welt selbstverständlich ist.

Wenn ich mit erlebe wie so mancher junge Mensch es vorzieht irgendwo in der Fußgängerzone zu sitzen und sich Alkohol reinzuziehen, junge Mädchen bewusst Kinder bekommen, um ja nicht arbeiten gehen zu müssen oder Alte und Kranke missachtet werden, geht mir echt die Galle hoch. Und ich frage mich dann oft was leben die Eltern diesen Kindern vor? Wie ist der Umgang untereinander zu Hause? Welche Werte werden vermittelt? Und wie stehen diese Familien zum Thema persönliche Lebensziele und Wunscherfüllung?

Das Leben insgesamt unterliegt ständigen Veränderungen, und ja, das Leben ist für die meisten Menschen schwieriger geworden. Aber ist es dann nicht umso wichtiger den kleinen Kosmos Familie zusammenzuhalten, Werte vorzuleben, Kindern dabei Unterstützung zu bieten ihren Weg zu finden und zu gehen ohne mit dem Strom der Zeit mitzuschwimmen? Ich finde schon. Und auch wenn Erziehung etwas ist das einem niemand beibringt und oftmals auch die eine oder andere schwierige Situation beinhaltet ist doch eines sichtbar (und ich spreche hier aus mehrfacher eigener Erfahrung): irgendwann stellt man fest „ich habe es richtig gemacht“, denn Erziehung und Vorbild sein zeigt sich im Ergebnis oft nach vielen Jahren.

Bei uns hat das Säen gefruchtet und für mich persönlich hat mein Nachzügler die letzte Bestätigung erbracht, dass es sich lohnt die Hand als Eltern zu reichen und auch Fehler oder vermeintliche Ausfälle mit Kulanz zu betrachten. Hauptsache das einstige unbeschriebene weiße Kinderblatt entwickelt sich zu einem mitfühlenden, toleranten, ehrlichen und geradlinigen Menschen, der genau weiß wie er seinen Lebensweg gehen will.

Vermutlich sind unter meinen Lesern genügend Menschen die Vater oder Mutter sind. Und auch diejenigen die keine Eltern sind sollten sich gerade angesprochen fühlen, denn: bitte teilt mir eure Meinung zu diesem Thema mit! Ich freue mich auf jeden Kommentar und Erfahrungsbericht.

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